, den 03.04.2006 (Letztes Update: 11.09.2018)

Todesstrafe, ein Erfolg? Medialer Querschläger

USA
USA - Flagge

Todesstrafe ein Erfolg? Wenn Blicke töten könnten, heißt es. Warum soll bloß für Blicke gelten, was auch für Worte gelten könnte? Was wäre, wenn Worte töten könnten?

Perfide Wortwahl?

„Freude, schöner Götterfunken“, heißt es in einer Textzeile eines Gedichts von Friedrich Schiller. Später wurden diese Worte in einen Part der 9ten Sinfonie Beethovens aufgenommen. Sie drücken intoniert überschwängliche Freude aus. Ähnlich könnte sich entweder der zuständige Redakteur der NZ gefühlt haben, oder ein etwaiger Kollege einer Presseagentur, die sich für die Nachricht ursprünglich verantwortlich zeichnet. Besonders wichtig ist der erste Absatz des Artikels. Dort heißt es:

„Im Terrorprozess gegen den Franzosen Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft einen ersten Erfolg für sich verbuchen können. Die Geschworenen befanden, dass der 37-Jährige grundsätzlich zum Tode verurteilt werden kann.“
Netzeitung

Todesstrafe ein Erfolg?

Für Befürworter der Todesstrafe könnte man es einen Erfolg nennen, dass Moussaoui prinzipiell zum Tode verurteilt werden kann. Generell sollte man allerdings ein Armutszeugnis ausstellen, wenn es wirklich dazu kommen sollte. Wenn sich erwachsene (amerikanische) Menschen nicht anders zu helfen wissen als jemanden unter die Grasnarbe zu befördern, dann heißt es: armes Amerika.

Doch damit noch nicht genug. Es kann niemand weggucken, es müssen sich alle angesprochen fühlen. In einer modernen Wissensgesellschaft, die von sich in Anspruch nimmt, grenzenlos global zu sein, geht ein Thema wie dieses alle Mitglieder des Welttheaters an.

Nun heißt es: Abwarten und Tee trinken. Vielleicht wird in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia ja abschließend ein vernünftiges Urteil gefällt werden.

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