Was macht eigentlich AQUA heute?

Aqua
Aqua, Foto: BulsaraAndDeacon via Wikimedia.

Alles Aquarium, oder was? Mit ABBA fing es in den 1970er Jahren an, mit Ace of Base ging es in den 1990er Jahren weiter. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre startete zudem ein vielversprechender Dance-Act aus Skandinavien namens AQUA. 1997 produzierten AQUA das Album Aquarium. Es sollte drei Jahre dauern, bis ein zweites Album Aquarius erschien. Nächstes Jahr hätten die 4 ihr zehnjähriges Bestehen feiern können.

Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad fanden sich in den 1970er Jahren recht unspektakulär zunächst zu der Musikgruppe ABBA zusammen. Sie gewannen mit ihrem Song Waterloo 1974 den damaligen Grand Prix (heute Eurovision Song Contest). Bereits ein Jahr zuvor waren die vier Schweden ebenfalls beim Grand Prix angetreten und hatten lediglich den dritten Rang belegt. 1973 traten sie allerdings noch nicht unter dem Bandnamen ABBA auf, der sich als Akronym aus den vier Vornamen der Bandmitglieder ergibt.

Knappe zwanzig Jahre später sollte sich zeigen, dass die Zusammensetzung ABBAs als paradigmatischer Exportschlager gelten durfte, der Erfolg versprach. 1992 debütierten die drei Geschwister Jenny, Malin und Jonas Peter Berggren zusammen mit Ulf Ekberg als Ace of Base mit ihrer Single All that she wants. Der letzte Auftritt der vier Schweden liegt noch nicht allzu lange zurück. Im November letzten Jahres kamen sie im belgischen Antwerpen zu einem Auftritt zusammen. Als Acer bezeichnen die Bandmitglieder liebevoll ihre Fans, und als Acer erfährt man auf der Homepage von Jenny, Malin, Jonas und Ulf, dass sie sich inspirierter denn je in ein Studio zurückgezogen hätten.

Bei ABBA handelte es sich um zwei Pärchen, zumindest zu Beginn der Karriere. Ace of Base hingegen rekrutierte sich aus drei Geschwistern und einem Nicht-Familienmitglied. Gemeinsam ist beiden Gruppen, dass sie jeweils aus zwei Frauen und zwei Männern bestehen. Alle zusammen stammen aus Schweden.

Unausgeglichene Zusammensetzung

Nicht ganz ins Bild passt da die Zusammensetzung des Dance-Acts Aqua. Sofort ins Auge fällt, dass man es mit einer Frau unter drei Männern zu tun hat. Dazu kommt, dass die Sängerin Lene Nyström Rasted aus Norwegen stammt, während die drei männlichen, musikalischen Begleiterscheinungen dieser Gruppe allesamt aus Dänemark stammen. Sören Rasted, verheiratet mit Lene, gesellt sich zu Rene Dif und Claus Norreen. Aqua sind keinen ganzen Schlag jünger als die Bandmitglieder von Ace of Base. Wenn man es sich derart einfach machen möchte, könnte man die unterschiedliche Zusammensetzung der Band für das Scheitern eines zunächst erfolgversprechenden Dance- und Pop-Acts interpretieren.

Von Aquarium zu Aquarius

1997 debütierte AQUA mit dem Album Aquarium. Die erste Singleauskopplung Barbie Girl schlug ein wie eine Bombe, schnellte gar auf Platz 1 der Single-Charts. Drei Jahre sollte es dauern, bis AQUA sein zweites Album Aquarius veröffentlichen würden. Vor allem im Folgejahr des Debütalbums hielt sich der Dance-Act mit diversen Single-Auskopplungen über Wasser. Mehr als die Hälfte der Titel des ersten Albums schaffte es so in die Top-100-Singlecharts. Zwar erreichte keiner der Titel die Top-Platzierung von Barbie Girl, allerdings schuf sich die dänisch-norwegische Kombo eine Fangemeinde in ganz Europa. Diese dankte es den Skandinaviern mit Top-100-Platzierungen der Songs Cartoon Heroes und Around the World aus deren zweitem Album.

Dann allerdings sollten sich die Wege der Vier trennen. Auf der umfassendsten Fanpage Aquaexpress wird der geneigte AQUA-Fan jedoch gewahr, dass das Ehepaar Rasted, über den Zenit von AQUA hinaus, musikalisch aktiv gewesen ist. Lene veröffentlichte im Jahr 2003 die Single It’s your duty und das Album Play with me. Letzteres wurde offensichtlich in Europa, Malaysia und Japan herausgebracht. Über den Fortgang von „Lene“ findet sich allerdings nichts. Ihr Ehemann Sören hingegen veröffentlichte als Lazyboy im Jahr 2004 die Single Facts of Life aus dem Album Lazyboy TV. Doch auch seine Karriere dürfte sich im Sande verlaufen haben. Die Chancen auf ein Revival stehen schlecht.

Schade eigentlich, denn es hätte Mitte 2000 ein wenig seichter Dancetöne bedurft, da sich ein Großteil der elektronischen Musik auf weitaus mehr Bass und Wumms verständigte. Wahrscheinlich haben Lene und Sören allerdings auch Besseres mit ihrer Zeit anzufangen. Beide wurden im März dieses Jahres Eltern eines Sohnes, und gönnten damit ihrer fünfzehn Monate alten Tochter „India“ ein Brüderchen.

Rene Dif hingegen vermeldet den Verkauf (s)eines Sommerhauses. Der Grund des Verkaufs war unrühmlich genug. Dif sollte in der Residenz seine ehemalige Lebensgefährtin geprügelt haben. Er kam sogar für dreißig Tage in Verwahrungshaft, verdingt sich nun allerdings, nachdem die leidige Geschichte aufgeklärt und ad acta gelegt scheint, als Schauspieler. Es scheint als würden wir nicht mit einem Comeback von AQUA rechnen dürfen.

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Geschrieben am: 03.04.2006
Zuletzt aktualisiert: 12.01.2016
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