New York Times legt Maliki Wörter in den Mund

Nouri Al Maliki
Nouri Al Maliki, Foto: Jessica J. Wilkes

Im Zuge der Aufklärungsarbeit um die US-amerikanischen Übergriffe auf Zivilisten im Irak zeigen die berichtenden Medien sich ihrerseits nicht von der Schokoladenseite. Die New York Times musste heute eingestehen, dass bei der Übersetzung von Ausführungen des irakischen Regierungschefs Nuri al Maliki nicht gewissenhaft genug gearbeitet wurde.

Maliki hatte die Vorgehensweise der Amerikaner im Irak kritisiert, durch die falsche Übersetzung wurde jedoch seine Kritik unnötig zugespitzt. Statt von Gewalt gegenüber Zivilisten zu schreiben, hatte die Redaktion Maliki das Wort in den Mund gelegt. Er wurde mit den Worten zitiert, die Gewalt im Irak sei zu einem „täglichen Phänomen“ geworden. In Wirklichkeit habe er aber gesagt, dass Gewalt „regelmäßig geschieht“, stellte die Zeitung nun richtig.

Zunächst offenbarte die amerikanische Regierung unter George W. Bush relativ zu Beginn ihrer Irak-Offensive Planlosigkeit, dubiose Indizienquellen und Phantasie beim Auslegen von Wahrheiten. Dann machte das amerikanische Militär durch Misshandlungen irakischer Gefangener im Gefängnis von Abu Ghraib von sich reden. Ist jetzt der Punkt erreicht, an dem die Fackel an die Journalisten übergeben wird? Auf jeden Fall scheint mehr Fingerspitzengefühl angebracht.

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Geschrieben am: 03.06.2006
Zuletzt aktualisiert: 12.01.2016
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