, den 21.08.2006 (Letztes Update: 15.09.2018)

Google kauft writely – „write“ into the night(mare)

Google
Google, Bild: CC0

Google kauft writely. Die Online-Textverarbeitung writely gehört nun dem Suchmaschinenanbieter. Danach machte man das Projekt nur einigen Interessierten zugänglich. Demnächst können aber wieder alle ihre Korrespondenz bei Google deponieren. Dies berichtet die Netzeitung.

Kostenlose Textverarbeitung

Es liest sich ganz nett. Google spendiert uns eine kostenlose Alternative zum Textverarbeitungsgruftie Word von Microsoft. Doch alle Dokumente, die man mit der Online-Textverarbeitung „writely“ erzeugt, werden prinzipiell auf den Servern Googles gespeichert.

Bislang kostet die Anwendung nichts. Sie bietet demnach einen entscheidenden Vorteil gegenüber der proprietären, teuren Anwendung Microsofts. Ob der Dienste auf Dauer kostenlos bleibt, müssen wir abwarten.

Texte bei Google

Davon einmal abgesehen betreut man einen Dienstleister mit der Sicherung seiner Daten. Geschäftsleute und Gewerbetreibende überlegen sich zweimal, ob sie davon Gebrauch machen. Intime Geschäftspraktiken möchten die wenigsten wohl in fremde Obhut geben.

Gleichzeitig böte sich die Möglichkeit, die Verantwortung in diesem Bereich der Datensicherung und des Datenschutzes von sich weisen zu können. Sollten geheime Daten irgendwann das Licht der Öffentlichkeit erblicken, oder würde die Elektronik versagen, müsste Google dafür haften; Ein neues Aufgabenfeld für Versicherungsbetriebe tut sich auf.

Nase rümpfen

Privatleute fangen bereits bei den allgemeinen Geschäftsbedingungen von ICQ das Stöhnen an. Das hindert sie aber nicht daran, den Instant-Messenger zu verwenden. Sie werden auch in diesem Fall erst wieder die Nase rümpfen und trotzdem nicht auf die Dienste von Googles writely verzichten.

Man stelle sich nun vor, in der Zukunft würde Googles Infrastruktur zum strategischen Ziel von elektromagnetischen Waffensystemen. Man könnte damit die Computer und Datenträger außer Gefecht setzen. Nicht nur aus diesem Grund legt man einige zentrale militärische Institutionen bereits seit einiger Zeit unterirdisch an. Wenn solche Waffensysteme in Mode kommen, könnte das altmodische Textverarbeitungssystem von Zettel und Stift rehabilitiert werden.

Ich stelle weder Google an den Pranger, noch das System an und für sich in Frage. Allerdings sollte man nicht gedankenlos in diese Zukunft gehen, nur um hinterher festzustellen, dass man auf dem Weg dorthin mehr verlor als gewann.

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