Goldgrube Weblog? Mit Blogs Geld verdienen?

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Ist es so einfach? Lässt sich mit Weblogs im Handumdrehen Geld verdienen? – Im Wesentlichen, und darum handelt ein Gutteil des Artikels von CNN money, lässt sich mit Blogs über den Weg der Werbung Geld verdienen. Der Redakteur pickt in seinem Artikel allerdings die Rosinen heraus und bringt sie mit den Budgets für Werbung großer Firmen in Verbindung.

Ein ehemaliger, 36-jähriger Start-up-Manager ließ ab von seinem Alltagsgeschäft und bloggte von da an täglich. Der gute Mensch verdient (derzeit) 60.000 Dollar im Monat mit Werbung, die auf seinem Weblog geschaltet wird. Der gute Mann bietet subjektive Ansichten, also die moderne Form der Expertise im 21ten Jahrhundert. Sein Spezialgebiet? – Moderne Technologien.

Geistige Menüs

Es kann nicht ein jeder darauf hoffen, derart viel Papiergeld mit dem Verfassen von mehr oder weniger sinnfreien Blogeinträgen durch den Werbeetat von Wirtschaftsunternehmen entlohnt zu bekommen. Doch der Autor von CNN money weist bereits auf Gefahren hin – Gott sei Dank: Ehe man sich entschließt, seinen Job zu kündigen, sollte man sich über die Volatilität dieses Geschäftsfeldes bewusst sein. Blogger sind virtuelle Gastronomen für geistige Menüs. Mit dem Unterschied, dass die Werbebranche als Mäzen auftritt, und nicht jeder Artikel von den Gästen bezahlt wird. Bleiben die Gäste aus, wird auch der Geldgeber das Murren anfangen. Aber, ein bisschen von einem Glücksspiel haben kapitalistische Unternehmungen ja immer schon gehabt.

Online-Werbung

Doch was im Artikel unerwähnt bleibt, ist die geographische Abhängigkeit der getroffenen Aussagen. Sie gelten ausschließlich für den englischsprachigen Markt. Zwar heißt es im Artikel, würde das Investitionsvolumen in Internetwerbung bis 2010 auf 23,6 Milliarden Dollar steigen, doch ist damit das Zentrum des Webs angesprochen. Was genau ist das wirtschaftliche Zentrum des Webs? Nun, zunächst ein Mal sind Webseiten zwar geographisch unabhängig, allerdings müssen sie auch konsumiert werden, damit sie Werbepotenzial entwickeln. Nur in Nordamerika, großen Teilen Europas und in Australien allerdings – wie diese Karte zeigt – sind über 35% (2004) der etwaigen Populationen überhaupt mit dem Internet verbunden. Zahlen aus dem Jahr 2006 bestätigen dieses Bild (vgl. IWS). Australien/Ozeanien allerdings darf als Zentrum nicht in Betracht kommen, selbst da dort mehr als 50% der Bevölkerung (52,6% genau) mit dem Internet verbunden sind. Der Grund dafür: die verschwindend geringe Bevölkerungszahl im Vergleich zu anderen potenziellen Zentren. Besser noch eignet sich Asien: Der bevölkerungsreichste Kontinent hat den Angaben zufolge zwar nur gut 10% seiner Population mit dem Internet verbunden – nach Adam Riese entspricht das, beim weitaus bevölkerungsreichsten Kontinent der Erde, der bloßen Anzahl nach trotz allem dem ersten Rang. Bei bislang “nur” 10% internetfähigen Akteuren verspricht der asiatische Markt außerdem noch mögliches Wachstum.

Allerdings muss dann die Frage gestellt werden, wo denn das Geld für Werbung herkommt. Die Zentren des Kapitalismus sind es, die über die Werbekanäle eine Facette ihres Macht- und Geltungsbereiches anzeigen. Kein Mensch zweifelt das Potenzial der Asiaten an, bislang jedoch wird “business as usual” vor allem andernorts gemacht. Verkehrs- und Umgangssprache in Geschäftskreisen, die Wert darauf legen als solche erkannt zu werden, ist Englisch. Englisch ist international. Um Missverständnissen vorzubeugen: Selbstredend rangiert Chinesisch von der Zahl der weltweiten Sprecher an Platz 1. Zumindest also hätte der eine oder andere Angelsachse und/oder patriotische Amerikaner es bestimmt für die nächsten 100 Jahre so in die Geschichtsbücher von Übermorgen prognostiziert.

Nur bis 2002 reichen die Statistiken der OCLC. Sie zeigen jedoch an, worauf es besonders ankommt, und warum die Angelsachsen/Amerikaner (A/A) “noch” nicht mit ihrem Argument Unrecht haben können: Nicht nur, dass mit knappen 60% die Kombination A/A die Institutionen, Leute, etc. beherbergen, von denen die weltweiten Webseiten stammen. Nein, sondern A/A kann sogar auf 72% aller Webseiten in englischer Sprache verweisen. Deutschsprachige Blogbetreiber können insofern aufhorchen, dass immerhin 7% der Webseiten 2002 in ihrer Verkehrssprache aufzufinden waren. Es findet sich also durchaus ein kleiner, wenn auch feiner und dann wohl hart umkämpfter Markt. Ganz anders bei den Chinesen und Japanern: Sie kommen gemeinsam nur auf 8% aller Webseiten 2002, die in ihrer jeweiligen Landessprache abgefasst waren.

Statistiken zum Surftverhalten wären sicherlich noch hilfreich für eine differenziertere Auseinandersetzung. Das sprengt jedoch den Rahmen dieses Beitrags und die derzeitigen Ressourcen des Schreibers. An die 400 Millionen asiatische Internetnutzer erzeugen allerdings für Blogger in Asien ein weitaus besseres Angebots-Nachfrageverhältnis, sodass, wenn dort Werbebudget investiert wird, der Einzelne mit Sicherheit einen höheren Preis für seine subjektive Expertise erzielen wird können.

Geschrieben von:
Geschrieben am: 27.08.2006
Zuletzt aktualisiert: 24.02.2015
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