Zentralrat der Juden über Wahlergebnis pikiert

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Der Zentralrat der Juden in Deutschland zeigt sich besorgt über das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hatte am gestrigen Sonntag bei den Wahlen zum Landtag die NPD mit 7,3% den Einzug in den Landtag mehr als geschafft.

Mehr als Mosern können “die” offensichtlich auch nicht. Man könnte bald sogar denken, dass sie sich nicht ganz unschuldig verhalten an der Stimmung, die in manchen Teilen Deutschlands herrscht. Der demokratischen Politik werfen die Zentralratsmitglieder Versagen vor. Ihr einstiger Vize, Michel Friedmann, fordert vom Bund mehr Geld für Initiativen gegen Rechts.

Gefragt ist eigentlich jeder. In welcher gesellschaftlichen Position befinden sich eigentlich die Anhänger des Zentralrats der Juden in Deutschland? Sind sie Teilhaber an der gesellschaftlichen Mitte oder rücken sie eher nach links. Aber halt: Sie schweben, selbstredend, über allem. Wie einst Goethe und seine Umnachteten aus dem Elfenbeinturm Weimar schreien auch sie nun und fabrizieren öfter Mal heiße Luft, die an der Realität vorbei geht. Zumindest könnte man zu diesem Schluss gelangen. Egal zu welcher Frage, der Zentralrats-Hahn kräht danach, und krakelt seinen Senf dazu.

Jugendarbeitslosigkeit?

Schnell sieht man sich dazu hingerissen, alles auf die Armut der Leute abzuschieben, die sie derart empfänglich für rechtes Pamphlet macht. Das ist zu einfach gedacht; die Demographie der Wahl zeigt, dass es vor allem die Unter-30-Jährigen sind, die die NPD gewählt haben. Zwar gibt es in Mecklenburg-Vorpommern eine verhältnismäßig hohe Zahl an Jugendarbeitslosigkeit, doch betrifft die Armut tendenziell alle Bevölkerungsteile. Trotzdem gehen nicht die Alten hin und machen ihr Kreuz hinter dem braunen Feld. Es wird daran liegen, dass die Jungen es nicht kennen, nicht wissen, was ein Mal war. Helfen wird da aber auch nicht, wie vom Zentralrat oft gefordert, das ständige In-die-Öffentlichkeit-Treiben der einstmals gewesenen Schandtaten.

Stattdessen sollte unter ganz anderem Kontext, dem heutigen, dem postmodernen, dem neoliberalen, nicht ein jeder weggucken und, dem Kapitalismus folgend, für sich und gegen den anderen agieren. Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, lieber Zentralrat, lernt man im Hier und Jetzt. Wenn ein Jeder als Beispiel voran geht, wird auch das funktionieren. Aber sind es nicht gerade diejenigen, die den Kapitalismus befördern, die die Schere zwischen Arm und Reich sukzessive weiten? Man möchte niemanden in eine Schublade stecken oder stigmatisieren, doch sollte man die Verantwortung nicht einseitig nur zu Lasten der deutschen Parteienlandschaft skizzieren wollen.

Vor allem, da Deutschland demnächst Dank Benedetto ein neues Problem haben wird. So rückt Deutschland immer mehr ins Fadenkreuz der islamistischen Demagogen. Und auch in diesem Fall trägt nicht eine Schulter die Verantwortung alleine, mit Sicherheit nicht. Jeder sollte für sich überprüfen, was er sich und vor allem anderen zumutet, ehe er mit dem Finger von sich weist.

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Geschrieben am: 18.09.2006
Zuletzt aktualisiert: 12.01.2016
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