Carstensen stellt Rundfunkgebühr in Frage

Wir erinnern uns. Die Genossin Simonis wurde hinterrücks an den Karren gebunden und durchs Dorf gezogen. Ein Spießrutenlauf. Sie stand zur Wahl, errang aber nicht genug Stimmen, um sich wieder zur Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein aufzuschwingen. Sie hatte ihren Job gut gemacht, und doch nicht gut genug. In den eigenen Reihen verwehrte man ihr nach der Wahlniederlage gegen den CDU-Herausforderer Peter Harry Carstensen die Stimme. Sie prostituierte sich in der Folge medial als Tanzmarie in einem Format des Kölners Privatsenders RTL und kam dort sehr weit, strich erst selbst die Segel, als es in der Republik zu viel Stimmung gegen sie gab.

Ihr damaliger Herausforderer tritt nun aus dem sukzessive kleiner gewordenen Schatten von Simonis als Landesfrau. Peter Harry Carstensen bietet den Diskutanten der Readers Edition neue Nahrung. Wie berichtet wurde, möchte Carstensen gerne die ganze Rundfunk-Gebührenfinanzierung auf den Prüfstein stellen.

Anlässlich der 2007 anstehenden zusätzlichen Gebühr auf internetfähige Endgeräte, die über diesen Vertriebsweg ebenfalls den Zugang zu öffentlich-rechtlichem Rundfunkangebot ermöglichen, wurde aller Orten viel geschrieben und viel diskutiert. Die neue “Zusatzgebühr” ist auf mehr Widerstand gestoßen als jede kleinschrittige Gebührenerhöhung in den Jahren zuvor. Auch Wirtschaftsvertreter laufen sturm – hier liegt der Hase wohl im Pfeffer begraben. Hinz und Kunz könnten noch so viel diskutieren, und monieren, sie würden am Ende wenig Gehör finden. Sobald aber Wirtschaftsverbände das Flattern kriegen, wird gerne schon mal populistische Politik propagiert.

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Geschrieben am: 01.10.2006
Zuletzt aktualisiert: 01.10.2006
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