, den 12.01.2007 (Letztes Update: 12.01.2016)

StudiVZ: Interview von Konstantin Urban ruft Hacker auf den Plan

StudiVZ
StudiVZ - Screenshot

Das Manager Magazin veröffentlichte ein Interview mit Konstantin Urban. Urban ist Geschäftsführer der Firma Holtzbrinck Networks, die sich für den Kauf des StudiVZ zum Jahreswechsel verantwortlich zeichnet.

Die Antworten Urbans zeugen euphemistisch formuliert von Unwissen und Ignoranz. Zunächst mag Urban keine Antwort auf die Frage geben, ob der Kaufpreis pro Nutzer gerechtfertigt sei:

„Diese Frage kann ich erst in zwei Jahren beantworten. Ich gehe aber davon aus, dass die Höhe des Kaufpreises gerechtfertigt ist.“
Konstantin Urban

Urban gibt zu, dass StudiVZ bislang keine Umsätze erziele. Er deutet gesponserte Gruppen im Social Network an und spricht offen über Werbung. Doch er scheint sich und das Produkt zu überschätzen, denn Urban glaubt:

„So lange man keine entscheidenden Fehler macht, gibt es für den einzelnen User keinen Grund für einen Wechsel.“
Konstantin Urban

Urban vergisst an dieser Stelle eindeutig zu erwähnen, dass es durchaus nicht nur an den eigenen Fehlern liegen kann, wenn ein Konkurrent punkte sammelt. Denn was ist, wenn Facebook oder andere Konkurrenten einfach bessere Funktionen anbieten und dem StudiVZ den Rang ablaufen?

Aufruf zum Hacken

Gleichwie kann Herr Urban sich seit seinem Interview freuen, da er mit einem weiteren Statement die Hackerszene dazu einlud, sich im StudiVZ-Blog auszutoben. Ein Exploit der WordPress-Version 2.0.6 ermöglichte das Defacement des Blogs.

Das Defacement soll aber keinen Zugriff auf Nutzerdaten erlaubt haben. Alles ist aber bloß geschehen, da Herr Urban sich zu weit aus dem Fenster lehnte:

„Selbstverständlich musste man nachrüsten, und das hat StudiVZ getan. Die Datensicherheit ist jetzt gegeben. Unlängst hat der Chaos Computer Club vergebens versucht, sich ins System zu hacken. Auch die Seite ist jetzt stabil.“
Konstantin Urban

Der CCC dementierte umgehend, etwas mit den Geschehnissen zu tun gehabt zu haben. Frank Rosengart, C3-Sprecher, äußerte sich gegenüber Heise wie folgt:

„Wir sind nicht besonders überrascht von der Sicherheitsschwankung bei StudiVZ, möchten das aber nicht weiter kommentieren. Herr Urban sollte sich in Zukunft etwas zurückhaltender hinsichtlich der Systemsicherheit äußern.“
Frank Rosengart

IPO?

Holtzbrinck Ventures hat allerdings erstmal keine Pläne, das StudiVZ an die Börse zu bringen oder es so bald wieder zu verkaufen.

„Wir sind keine Händler. Es geht uns also nicht darum, StudiVZ weiterzuverkaufen – weder komplett noch in Teilen. Wir haben StudiVZ erworben, weil es sehr gut zu uns passt. Wir freuen uns auf die nächsten Jahre, denn wir wollen die Seite behalten und zum betriebswirtschaftlichen Erfolg führen. Es gibt keine Pläne, an die Börse zu gehen.“
Konstantin Urban

In meinen Augen handelt es sich beim Kauf des StudiVZ durch Holtzbrinck mehr um ein Politikum. Der Verlag war nicht im Web 2.0 involviert und wollte aber unbedingt dazugehören, also kaufte man das Social Network. Ob die Investition sich lohnen wird, bleibt abzuwarten. Wie gut die beiden Partner zusammenpassen auch.

StudiVZ-Verkaufspreis nur Bohei? 12, 50, 85, 100 Millionen?
Der natürlichste Feind des Web 2.0 sind “WIR”!

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