Alexander Trust

Kennt jemand einen Campus Captain? Mit dem man über diese Angelegenheit sprechen/schreiben könnte?

@Martin: Warum gehst du mit „dd“ konform, kritisierst aber zu Beginn, ich hätte nicht verstehen wollen, was Risikokapital sei. Das leuchtet mir nicht ganz ein.

Ich bin außerdem nicht sicher, ob Holtzbrinck den Laden „lange“ behalten möchte. In einem anderen Interview des Geschäftsführers von Holtzbrinck Networks tauchte schon mal die Angabe „2 Jahre“ auf. Ein Zeitraum, in dem man a) „nur“ gucken könnte, ob es profitabel ist, das Projekt StudiVZ. Man kann aber b) auch in zwei Jahren Anreize produzieren wollen, um das Ding weiter zu verkaufen. Allerdings würde das gegen die derzeitige Einkaufspolitik von Holtzbrinck sprechen, die offensichtlich versuchen, ein Bein in die Web-Welt zu kriegen.

Und, was ist denn ein passendes Geschäftsmodell?! Unternehmer, im Gegensatz zu Entrepreneuren sind mit Herzblut dabei und stecken viel Kraft und Energie in „ihre“ Firma. Als Ehssan hätte ich dann weniger Zeit mit Partys verbracht und mehr Zeit mit der Pflege meines Produkts. Dann hätte mich der Besucheransturm auch nicht dermaßen überrascht. Geschäftsmodelle sind für mich was anderes, als die New Economy-Kultur, sich für schnelles Geld zu verkaufen. Denn das ist Zahlenschieberei auf dem Papier… der erste in der Kette gewinnt, der letzte hat die A….karte gezogen. Warum? Weil alle nur um ein Problem herumlanciert sind, anstatt sich ernsthaft Gedanken zu machen. Geschäftsmodelle wären dann auch Ehssan eingefallen. Wozu hat der Junge sonst in St. Gallen studiert?!

Man kann den Leuten nicht erzählen wollen, dass so viele Millionen Euro notwendig sind, nur um ein Portal auf die Beine zu stellen. Die Betriebskosten für das ganze System sind überschaubar. Die Angestelltengehälter und alles mit reingerechnet, hätte man solide Arbeit machen können. Aber das war nicht die Absicht. Warum hat man sich so ein Projekt aus der Hand nehmen lassen? Weil angeblich Holtzbrinck mehr davon versteht? Glaub ich nicht. Wie das Interview übrigens auch zeigt. Man hätte mit dem StudiVZ eine prima Sache auf die Beine stellen können, und am Ende hätte man für beide Seiten sehr viel mehr Nutzen gehabt, als jetzt schlussendlich überbleiben wird.

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dd

hm…das weiß ich nicht, hab ich auch noch nichts von gehört.

Einen Anreiz könnte es am Anfang von StudiVZ womöglich schon gegeben haben, ich frag mich eh, wer macht sowas ehrenamtlich?
Aus vielen Kommentaren im ehem. Blog und der Beschreibung von CCs ging und geht aber hervor, das sie nichts bekommen haben oder bekommen.
Weiter mussten die CCs, ging auch aus Kommentaren von CCs in einem Beitrag im ehem. StudiVZ Blog hervor, die Anreise sowie die Übernachtung zum CC Tag im Dez selber zahlen. Scheint als lassen sich die CCs gern instrumentalisieren…und das auch noch ehrenamtlich…also jeder der das mitmacht hat meiner Ansicht nach eins an der Waffel….klar…jedes Unternehmen würd sich über so eifrige und gutmütige Helferlein freuen. Im NYBlog wurd auch mal das Wort Huren in diesem Zusammenhang genannt…ich seh das anders….Huren werden noch bezahlt für ihre Dienste.
Sorry wenn das jetzt etwas heftiger war :-) …will keinem zu nahe treten…

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Martin

@dd Ich geh mit dir soweit absolut konform. Eine Frage stellt sich mir dann doch noch: Waren die Campus Captains wirklich die ganze Zeit unbezahlt? Ich habe da mal so ganz komische Geruechte gehoert, dass gerade in der Anfangsphase die CCs Geld bekommen haben sollen. Ist aber auch gut moeglich, dass ich das mit etwas verwechsle.

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dd

@Martin
Nun ja VC ist schon anderst zu sehen. Als VC kaufe ich mir Minderheitsanteile an einem sehr schnell wachsenden Unternehmen um in möglichst kurzfristiger Zeit mit meinen Anteilen eine hohe Rendite zu erzielen i.d.R. ca 25% innerhalb von 1 – 2 jahren. Dann die Anteile an neue Intessenten zu verkaufen und die Rendite abzuschöpfen.

Ein VC interessiert es erstmal sekundär, ob oder mit was das UN Umsätze macht oder nicht, der Wachstum ist entscheidende Punkt. Ein VC hat selten, eigentlich nie, ein langfristiges Interesse an einem Unternehmen. Er spekuliert nur auf den schnellen Verkauf seiner Anteile, mit einer ungewöhlich hohen Rendite, um seinen Kapitalanlegern möglichst hohe Renditen zurückgeben zu können.

Deshalb kann man bei Holtzbrinck sicherlich nicht mehr von einem VC sprechen. Sie sind Besitzer von StudiVZ. Ob StudiVZ Umsätze macht oder nicht sei dahingestellt. Natürlich ist die Anlage ein großes Risiko, hat aber nix mehr mit VC zu tun, da Holtzbrinck ganz klar ein langfristiges Interesse an StudiVZ bekundet hat. Das ist ein riesen Unterschied zu VC.

Fundraising sehe ich aus dieser Sicht auch etwas anderes. Sie hatten keine andere Wahl, durch die Probleme wurde sicher das Geld knapp, entweder neue Finanzies oder verkaufen, denke neue Finanzies wäre schwierig geworden, aufgrund der Probleme. Verkauf wäre vermutlich für Holtzbrinck ein Verlustgeschäft gewesen. Einzige Möglichkeit? Genau Holtzbrinck kauft den ganzen Laden, Holtzbrinck VC wird von eigenem Unternehmen ausgezahlt, damit sind deren Kapitalgeber befriedigt, zumindest kein Verlust und StudiVZ hat einen dauerhaften Kapitalgeber. Hat meines erachtens nich viel mit Fundraising zu tun, lediglich mit Geld von der einen Tasche in die andere Tasche zu verschieben….nix anders wars. Das war kein gezieltes Suchen nach Geldgebern, sondern eine Handlung aus der Notlage heraus. Die Kurzfristigkeit der Aktion zeigt sich da man den Campus Captains, 2 Wochen vor dem Deal noch ganz andere Sachen erzählt hat…so ala „StudiVZ wird nicht verkauft“ und so. Wenn sie ihre eigenen Promoter angelogen haben sollten, die maßgeblich mit am Erfolg von StudiVZ beteiligt waren….dann wär das richtig dreckig…abgesehen davon das die Jungs keinen Pfennig bekommen…aber anderes Thema.

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Martin

Das sehe ich ein wenig anders. Zum Zeitpunkt des Verkaufs von StudiVZ gab es kein passendes Geschaeftsmodell. Die Idee war es erster zu sein. Ein aehnliche Entwicklung kann man bei Youtube verfolgen, wie man mit einem Videoportal Geld verdienen kann (ausser Bannerwerbung) wird nun entwickelt. Ebenso wird es nun bei StudiVZ langlaufen. Es wird nach Ideen gefahndet, wie man die Profile oder besser das Wissen um diese Profile zu Geld machen kann. Da aber noch keines dieser Konzepte wirklich existierte, kann man den Kauf von StudiVZ immer noch in die Schublade VC tun. Nur in einer zweiten Runde. Derartige Fundraising Runden sind ja nichts neues. Fuer Holtzbrinck heisst es nun einen Weg zu finden StudiVZ in ihr Portfolio aufzunehmen. Da aber noch keiner sagen kann ob das klappt, besteht also noch ein Restrisiko ob denn wirklich was aus StudiVZ wird.

Viele Gruesse,
Martin

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Alexander Trust

Die Zeiten des Risikokapitals für Dariani und Co sind Monate her. Das was mit dem Verkauf vor sich gegangen ist, hat nichts mit VC zu tun. Das sollte man akzeptieren können.

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Martin

Super, dass du es geschafft hast das Prinzip hinter Risikokapital zu verstehen – es kann halt auch mal in die Hose gehen. Ist ein riesen Neuigkeit diese Meldung. Den Welt Artikel zu zitieren ist die eine Sache, aber einen deart unqualifizierter Abschluss, mein lieber Schieber. Was ist davon die Kernaussage?

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