, den 03.02.2007 (Letztes Update: 07.09.2018)

StudiVZ: Exciting Commerce gibt sich euphemistisch zu Fast Forward

StudiVZ
StudiVZ - Screenshot

Bei Exciting Commerce gibt man sich euphemistisch, was das neue Kapital-Konzept “Fast Forward” der Holtzbrinck Ventures angeht. Als ich begann, dort einen Kommentar hinterlassen zu wollen, fand ich, dass sich der Gedanke durchaus auch auf dieser Seite lesen ließe. Die Einschätzung, die ich nicht ganz so stehen lassen wollte, war folgende:

“Insofern hatten StudiVZ und MyVideo doch noch ihr Gutes – für die jungen Startups, die nun folgen.” (Exciting Commerce)

Gemeint ist, dass die Existenz von StudiVZ und die Vorgeschichte mit den Kapitalgebern bewirkt hat, dass nun für nachfolgende Startups das Feld schon bereitet sei. Wenn man Holtzbrinck sozial verträgliche Marktwirtschaft unterstellt, könnte man an dieser Stelle guten Gewissens beipflichten. Ich erwähnte allerdings an anderer Stelle, dass ich die Investition ins StudiVZ eher als eine strategisch-politische interpretiere. Vor dem Hintergrund möchte ich gerne noch ein Mal ausführen, warum ich das so sehe.

Und zwar bin ich der Meinung, man sollte sich nicht ohne Grund freuen, sondern eher Vorsicht walten lassen. Man schaue sich an, was mit StudiVZ geschehen ist… Holtzbrinck war dort zunächst nur investiert, hat die Firma dann übernommen und jetzt in einer Hauruck-Aktion das Ruder an sich gerissen. Der Gedanke des VZ ist damit ein wenig baden gegangen, wie ich finde. Das Potenzial, das es mal hatte, studentische Applikationen anzubieten wurde jüngst ersetzt durch die Notwendigkeit irgendwelche Profit bringenden Werbeoptionen zu implementieren. Synergieeffekte werden gesucht und ausgenutzt. Es wird jetzt und auch mittelfristig überhaupt nur noch nach den Interessen von Holtzbrinck geguckt werden. Die Studierenden könnten Nutznießer sein, hier und dort, wenn mal was abfällt. Aber sie sollen vor allem Melkkühe sein. Das zeigen zum Beispiel die jüngsten Werbeaktionen. Das tun die nicht aus reiner Nächstenliebe. Wo der Haken an der Sache ist, wird sich zeigen, sobald der Erst mal baden geht. In meinen Augen nur eine Frage der Zeit. Immerhin ist schon Sand im Getriebe. D. h. der Druck wird zunehmen, die Orangen auch zu pressen.

Ich denke, wenn Holtzbrinck jetzt Kapital billig zur Verfügung stellt, kann es am Ende die Macher und Ideengeber von Startups teuer zu stehen kommen, wenn sie wie Ehssan Dariani und Co IHRE IDEE aus den Händen geben müssen. Zwar glaube ich, dass die Gründer von StudiVZ das gerne getan haben, weil sie auf das schnelle Geld aus waren. Warum ich das glaube? Nun, weil E. D. gezeigt hat, dass er gerne ein Dandee ist. – Für Leute allerdings, die eine Vision jenseits kapitalistischer Befriedigung haben, ist Holtzbrinck absolut der falsche Investor und Kapitalgeber.

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