, den 08.02.2007 (Letztes Update: 02.09.2018)

BenQ: Was für ein wirtschaftliches Selbstverständnis?!

Benq Siemens S68
Benq Siemens S68

Wir erinnern uns. Siemens veräußerte seine Handysparte. Die Mitarbeiter wurden gegrillt und allen Beteiligten kam es so vor, als wäre es absolut nicht mit rechten Dingen zugegangen. Sommermärchen und Wintermärchen in sportlichen Disziplinen begleiteten uns. Die Konzerne BenQ und Siemens wurden begleitet von Possen und Skandalen. Sie werden es noch.

Sie lernen nur nicht aus Fehlern, wie es scheint. König Fußball soll BenQ rehabilitieren in deren öffentlichem Ansehen. 15 Millionen Euro investieren die BenQler in Werbung bei der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich. Sapperlot. Wo geht’s hin mit euch?! Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von BenQ-Mobile nennt das einen Schlag ins Gesicht. Die Gegenseite würde wahrscheinlich von rein strategisch wichtigen Entscheidung sprechen. Es wird poliert und poliert, ob das den Imageschaden behebt?! Die hunderten geschassten Mitarbeiter sollten nächstes Jahr subversiv aktiv werden. Stellt euch vor die Stadien im Alpenländle und lasst euren Boykott medial prostituieren. Stellt euch mit BenQ-Verbotsschildern vor die Fußballtempel und inszeniert ein feines Fiasko, dass gut und gerne 15 Millionen Euro mit jeder Fernsehminute spürbar in der Luft verrauchen lassen wird.

Wenn bald keiner mehr drüber spricht, müsst ihr es den Leuten in einem Jahr wieder in Erinnerung rufen. Die Medien lieben solche Aktionen, und BenQ wird sich selbst verfluchen. Lasst euch von Bekannten und Verwandten Fußballtrikots von Real-Madrid oder anderen Vereinen geben, die für BenQ sonst schaulaufen. Ihr müsst das Übel an der Wurzel packen, und wenn diese denken, sie könnten ihr Gewissen mit 15 Millionen Werbebudget reinwaschen, zeigt ihnen, dass die Solidarität der Fußballfans größer ist. Just wenn Sie sich freuen, dass Gras über ihre Heuschrecken-Handlungen gewachsen sein könnte, rupft die Halme wieder raus und zeigt, dass ihr noch da seid.

Perspektive und Nachhaltigkeit verloren

Das wird übrigens immer passieren, wenn man Perspektive und Nachhaltigkeit aus den Augen lässt. Ich würd’ die Bürostühle im Berliner Bonkerrr jedenfalls nicht zu warm sitzen, wenn ich dort angestellt wäre. Schneller, als man denkt, kann’s vorbei sein. Warum? Nun, weil es immer so geht, wenn man schnelles Geld im Blick hat. Holtzbrinck wird den maroden Laden irgendwann PR-oletenhaft auf Vordermann trimmen, ähnlich wie Gebrauchtwagenhändler einer verrosteten Karre ne neue Lackierung und nen Tüv-Stempel besorgen, oder Immobilienmakler die schlechte Bausubstanz durch nen Fassadenanstrich aus der Neuzeit kaschieren mögen. Sobald sich diese Anzeichen verdichten, würde ich als Mitarbeiter von  schon mal Bewerbungen schreiben gehen. Wer weiß, vielleicht macht sich das darianische Arbeitszeugnis so gut bei Unternehmen, die auf langfristige Marktanteile ausgerichtet sind, dass sie die Strategien der hektischen Hand, die man euch dort beibrachte, ganz einfach untern Tisch fallen lassen. Je nachdem, aus welcher Perspektive man es betrachtet, ist es quasi eine tickende Zeitbombe.

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