, den 11.03.2007 (Letztes Update: 22.09.2018)

Buchpfade prostituiert sich?!

Bücher
Bücher, Foto: Alexander Trust

In meinen Augen tun sie es. Da führt kein Weg dran vorbei. Vor kurzem informierte ich in einem Artikel über zwei weitere Investitionen von Holtzbrinck. Das ist nun eine eindeutige Richtungsweisung in der Firmenpolitik von Holtzbrinck. So viele Internet-Investitionen sprechen eine eindeutige Sprache.

Bereits in den Kommentaren zum Artikel meldete sich ein Verantwortlicher von Lovelybooks – Ironie an bezeichnend dieser für Belletristik und Literaturverliebte so eingängige Name?! Ironie aus Dass man mit dem Domainnamen bei der Generation @ punkten kann, soll vorkommen. Generell ist das Durchschnittsalter von Lesenden in diesem Land jedoch deutlich über demjenigen von Scriptkids oder Daddelfiebernden anzusiedeln.

Gut ist, wenn es Alternativen gibt. Zumindest Oligopole tun den gesellschaftlichen Strukturen genug Spielraum lassen, sich ausgewogen zu positionieren. Die Ausgewogenheit scheint sich im Bereich der sozialen Netzwerke für Leseratten jedoch nicht einzustellen. Als Projekt von Studierenden gestartet, gibt nun Buchpfade allen seinen registrierten Nutzern – ich bin einer davon – bekannt:

“Das buchpfade.de-Team hat ein paar Neuigkeiten; diese gleich kurz und knapp vorab: Um Dir eine zukunftssichere Plattform bieten zu können, haben wir uns entschlossen in den nächsten Wochen buchpfade.de mit einer neuen Plattform, Lovely Books (www.lovelybooks.de <http://www.lovelybooks.de/>) zusammenzuführen. Hierfür werden wir Dir die Möglichkeit bieten, einfach und ohne Datenverlust auf eine Plattform mit großem Potential umzuziehen.” (E-Mail von Buchpfade)

Zukunftssicherheit hätte eine Plattform wie Buchpfade also nie erreichen können? Ein sehr bedenkliches Selbsteingeständnis von Leuten, die offensichtlich nie den rechten Glauben gehabt haben, und nun den Schwanz einziehen, wie es so schön heißt. Es heißt, man führt die Datenbestände zusammen. Das heißt für mich, ciao ciao Buchpfade. Eine äußerst kurze Liaison, die wir da eingegangen sind. Zu schade auch, dass der eigene Blick anscheinend keine Ideen und Visionen enthielt und das nötige Engagement sich als ernsthafter Konkurrent positionieren zu wollen nicht vorhanden war. So geht eine kurze und wenig leidensfähige Web 2.0-Identität von Buchpfade demnächst in den Klauen von Holtzbrinck in Unkenntlichkeit auf. Wenn im Land der Dichter und Denker ein Elfenbeinturm gut zu Gesicht steht, möge man sich dort oben verschanzen.

Die Schlussworter der Macher:

“Wir denken, dass wir mit diesem Schritt eine sehr gute Lösung gefunden haben. Du kannst mit Deinem gesamten Bücherregal langfristig-gesichert weitersammeln. Das CDTM konnte sich als Innovationstreiber im deutschen Web 2.0 Umfeld beweisen. Wir, das Team hinter buchpfade.de, haben in den letzten Monaten viele neue Erfahrungen gesammelt. Diese Erfahrungen machen Lust auf mehr und wir würden uns freuen, wenn wir Dich auch für unsere nächsten Projekte begeistern könnten.” (E-Mail von Buchpfade)

Werden die nächsten Produkte dann auch, wie bei Rattenfängern nur dazu dienen, sich für die Investitionsriege herauszuputzen?! Wenn die nächsten Projekte eigentlich nur als Wegwerf-Produkte gedacht sind, sollten die Macher ihre Energien vielleicht etwas sinnvoller einsetzen. Holtzbrinck mag (noch) kein Hedgefondsniveau erreicht haben, doch scheint hier das Wort “schnelles” Geld eine erstaunlich reale, neue Facette zu erhalten. Dreht euch so schnell im Kreise, wie euch schwindlig wird, ich halt lieber auf Kontinuität und Unternehmertum. Das jedoch scheinen dort draußen nur noch wenige überhaupt im Bewusstsein verankert zu haben. Ich jedenfalls bin raus bei Buchpfade – schade.

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