, den 18.06.2008 (Letztes Update: 23.09.2018)

Gewinnspiel-Hijacker geben sich als Werbepartner aus

Spiel
Spiel, Bild: CC0

Es mag sein, dass die Überschrift ein wenig reißerisch klingt, doch der Anlass gebietet es mir. Letzte Woche erhielt ich ein Schreiben von einer GmbH, die im Postleitzahlenbereich „157xx“ ansässig ist. Der Brief ist sogar mit echter Tinte unterzeichnet und hochtrabend mit “Kooperationsanfrage” überschrieben. Schnellen und direkten Kontakt wünscht der Herr D. sich zu mir, damit man eine gewinnbringende Kooperation vereinbaren kann.

Angeblich hat Herr D. das Sajonara-Blog oder eine der anderen Webseiten besucht, die unter meiner Federführung stehen und ihm ist „aufgefallen, dass Flächen für Werbemittel vorhanden sind.“ – Er schlägt mir eine Zusammenarbeit im Onlinebereich vor. Natürlich soll man auch kleinen und mittelständischen Betrieben eine Chance geben, aber diese hier wirkt auf mich wenig seriös. Sie zeichnet sich u. a. für eine Gewinnspielseite aus, die einen für „nur“ 5 Euro im Monat automatisch an 200 Gewinnspielen teilhaben lässt.

In meinen Augen, so krude sich das anhören mag, ist das Bauernfängerei. Wer darauf hereinfällt, den möchte ich persönlich eher davor bewahren. Gewinnspiele leben davon, dass sie mit Glück zu tun haben. Das Glück auf die Probe stellen zu wollen oder gar zu manipulieren, kann nicht ein Anliegen der Menschheit sein. Ein Trank, um die Traumfrau für sich zu gewinnen – es gibt ihn Gott sei Dank nicht. Jeder ist noch immer seines eigenen Glückes Schmied.

Am Markt sei man etabliert, heißt es im Schreiben weiter, und würde hohe Vergütungen zahlen. Vergütungen wofür? Dafür vielleicht, dass ich mich als billige Litfasssäule hergebe, nur um anderen Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, die darauf hoffen etwas zu gewinnen? Auf den Internetseiten der GmbH finden sich nur Angaben für Partnerprogramme, die genau diesen Schluss zulassen. Wollte ich an dem Partnerprogramm teilhaben, hätte ich mich bestimmt bei Herrn D. gemeldet.

So muss ich ihm in diesem offenen Brief leider sagen, dass ich herzlich wenig von derartigen Unternehmungen halte. Geschäftsideen wie diese, brauche ich nicht, und braucht meiner Meinung nach auch sonst niemand. Es gibt andere Möglichkeiten Geld zu verdienen – ehrbar. So viel Idealismus muss sein. Spam dergleichen muss nicht in meinem virtuellen, und schon gar nicht in meinem realen Postkasten landen. Danke für Ihr Verständnis, Herr D.

Können Wissenschaftler auf die Aussagen einer Kunstfigur setzen?
Mit Werbegeschenken punkten?!

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