, den 07.01.2009 (Letztes Update: 08.09.2018)

Information benötigt eine adäquate Form

Wo ist die Information
Wo ist die Information, Bild: CC0

Was ich oft denke, wenn ich Bücher lese: Muss das sein?! Konkreter denke ich: Warum wird hier so viel geschwafelt. Möchte man informieren oder unterhalten. Am Ende möchte ich mit diesem Blog hier vielleicht beides, mal unterhalten, mal informieren. Wenn ich ein Buch vor mir liegen habe über den “praktischen Journalismus”, dann kann ich zwar verstehen, dass der Autor das Thema möglichst vielen Leuten auf einem breiten Fundament nahe bringen möchte. Als ich ein Buch in Händen hielt, dass über einen soziologisches Phänomen zu berichten wusste, nämlich die so genannten “Zeitpioniere”, habe ich mich nicht anders gefühlt. Zeitpioniere habe ich vor gut 5 Jahren gelesen. Den Ratgeber zum praktischen Journalismus erst letztes Jahr. In der Zeit dazwischen habe ich viel Information rezipiert und mich oft geärgert über die Zeit, die ich meines Erachtens verplempert habe, weil die Autoren nicht die richtige Form gefunden haben.

Zeitpioniere war als Buch konzeptioniert. Die Einleitung hat jedoch alle Gedanken vorweg genommen. In den späteren Kapiteln wurden die Informationen nur wiederholt und wiederholt und wiederholt. Natürlich wurden sie zum Teil konkretisiert, jedoch hat sich nichts Wesentliches am Pol meines Erkenntnisgewinns mehr verändert. Bereits als ich die Einleitung gelesen hatte, wusste ich alles, was ich wissen musste, um das Phänomen der Zeitpioniere charakterisieren zu können. Ich würde sagen, dass man das geschickter hätte lösen können, indem man lediglich einen Aufsatz veröffentlicht hätte, der den Umfang der Einleitung hätte haben können. Ich bin der Meinung, dass der Autor nicht die richtige Form gewählt hat.

Praktischer Journalismus – Anekdoten

Und auch beim Buch über den praktischen Journalismus lese ich einige Hundert Seiten, nur um am Ende festzustellen, dass zu viele Anekdoten mich nicht unterhalten, sondern langweilen. Die Information, die in beiden Büchern vermittelt werden sollte, ist durchaus betrachtenswert. Doch hätten beide Autoren gut daran getan, sich vor der Veröffentlichung mit der Form der Informationsvermittlung auseinander zu setzen. Die Einführung in den praktischen Journalismus bietet viele Informationen, eigentlich viel zu viele. Man vergisst eine Menge, ehe man mit dem Lesen durch ist. Doch gerade das hätte man sich sparen können. Verschiedene Presseorgane hätte man in Form von informativen Kapiteln abhandeln können, die vielleicht in Form von Frage und Antwort die Information darüber zusammen fassen. Stattdessen schreibt der Autor einen zusammenhängenden Text, der sich wie eine Geschichte lesen soll aber wie Kaugummi zieht. Immer wieder hofft man: Nun sag doch endlich, worauf es ankommt.

Je länger ich auf Informationssuche bin, desto mehr frustriert mich, dass kaum jemand sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen scheint, dass der Leser ein spezielles Anliegen hat. Hätte von La Roche eine Art Reportage oder Erlebnisbericht verfasst, wären seine Leser froh über Anekdoten aus Verlagshäusern und Zeitungsredaktionen gewesen. So fragen sie sich oft, welchen Nutzen sie daraus ziehen. Bücher die wenig Sprache verwenden, müssen nicht gleichzeitig staubtrocken sein. Wenn Ratgeberliteratur zu ausschweifend wird, verfehlt sie meiner Meinung nach ihren Zweck. Wenn ich Dinge erläutern möchte, auf die eine oder andere Weise, dann kann ich vielleicht Beispiele zur Hand nehmen. Beispiele sind aber keine Anekdoten.

Unterhaltung und/oder Information

Ich selbst schreibe natürlich hier ebenfalls sehr oft drauf los. Demnach müsste mein Schwerpunkt eher auf der Unterhaltung der Leser, denn auf der Information liegen. Wahrscheinlich ist dem in Wirklichkeit auch so. Trotzdem möchte ich langfristig noch mehr informieren. Und wenn ich das tue, werde ich aus meinen eigenen Erfahrungen mit der Literatur hoffentlich lernen. Denn mir persönlich missfällt es, wenn ich sehr viel Zeit aufwenden muss, um sehr wenig Information zu erhalten. Manch informativer Blogbeitrag, der in Form einer Liste daherkommt, mit 10 Punkten meinetwegen, die alle eher unzusammenhängend wirken – so ein Beitrag funktioniert wesentlich besser, wenn er informieren möchte. Wenn aber ein Beitrag informieren will und aber 1500 und mehr Wörter verliert über Etwas, das eigentlich in der Überschrift bereits chiffriert war, verfehlt er sein Ziel.

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