Färber zur GEZ: KEF als Totschlagargument!

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GEZ-Verwaltungsrat Hans W. Färber zieht sich beim Thema Gebührenerhöhung erneut auf das Totschlagargument KEF zurück.

Der Blogger hinter „Politik zweiter Klasse“ hat vor einiger Zeit den Versuch unternommen mit einem Schreiben in Kommunikation mit der GEZ zu treten. Er wollte erklärt bekommen, warum wir mit ständigen Gebührenerhöhungen leben müssen. Nun bekam er vor kurzem ein Antwortschreiben vom WDR-Verwaltungsdirektor und Vorsitzenden des GEZ-Verwaltungsrates, Hans W. Färber. Dieser bemüht das Totschlagargument: die KEF.

KEF-Gebühren-Berichte

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (kurz KEF) entscheidet darüber, ob die GEZ-Gebühren angehoben werden dürfen oder nicht. Für Färber liegt auf der Hand: Jeder kann sich informieren, wenn er möchte. Nämlich in den Berichten, die die KEF herausgibt.

Die Bundesregierung beruft diverse Kommissionen ein und trifft Entscheidungen anhand von Vorschlägen. Einer der Berater der Bundesregierung, die in der jüngeren Vergangenheit negativ aufgefallen sind, ist Peter Hartz. Die Objektivität solcher Berater sollte man in Zweifel ziehen.

Keine Frau in der KEF

Ein Blick in die Mitgliedsliste der KEF zeigt, dass keine einzige Frau den Weg in die Kommission gefunden hat.

Fass ohne Boden

Schaut man sich die Berichte der KEF genauer an, fällt auf, dass es immer mehr Finanzbedarf gibt. Dies ist nur eine Beschreibung und seitens der KEF, keine Begründung. Letztlich muss man die Arbeitsweise der KEF hinterfragen und ihr Einhalt gebieten, denn ansonsten handelt es sich um ein Fass ohne Boden.

Ein Bekannter, der beim Hessischen Rundfunk ein Praktikum gemacht hat, bestätigte den Eindruck, dass oft geklotzt und nicht gekleckert wird:

„Was bei ARD sowie ZDF krass daher kommt, ist die Kameratechnik. Da sind sie sicherlich meist den Privatsendern voraus. Alleine, was ich am Wahlabend im Hessischen Landtag von der ARD gesehen habe, war grandios. Während RTL & Co. mit normalen TV-Kameras und ein paar Extras ankamen, hatte die ARD eine High-Definition-Kamera mit einem Mega-Mikfrofon. Davon zwei Geräte. Das war krass. Dafür hat die ARD aber auch die beste Qualität.“
F. S.

Ich fragte im Gespräch nach, ob mein Bekannter die Gebühren vor dem Hintergrund der Technik für gerechtfertigt hält. Seine Antwort:

„Sagen wir es so, wenn die ARD nicht HD anbieten würde, hätten andere gemeckert, was die ARD denn mit dem Geld tue („nichts?“). Sie kaufen sich für ihre Gebühren halt topmoderne Technik. Das finde ich gerechtfertigt.“
F. S.

Videospielbranche als abschreckendes Beispiel

Die Softwarebranche ist ein gutes und erschreckendes Beispiel zugleich. Die Spielebranche allen voran. Die Technologiesprünge bei der Hardware haben die Softwareproduzenten dazu verleitet, wenig effizient zu arbeiten. Dass sich das irgendwann rächt, haben Publisher gemerkt, als sie ein unausgereiftes Stück Software auf den Markt brachten.

Was wird mit dem Geld gemacht?

Wir dürfen uns weiterhin fragen, was die Rundfunkanstalten mit einem Budget von 8 Milliarden Euro anfangen. Sie kaufen ein paar HD-Kameras. Sie laden den Scientologen Tom Cruise für seinen Auftritt bei Wetten Dass ein. Sie inszenieren einen Kothaufen vor laufender Kamera und bringen damit Oliver Pocher durch.

Die Liste unnützer Ausgaben kann man beliebig verlängern. Während wir schwer für unser Geld arbeiten müssen, bekommen andere von der KEF einen Persilschein. Diese Institution ist weit entfernt davon eine vergleichbare Rolle wie der Bund der Steuerzahler zu spielen. Der nämlich weist auf die Verfehlungen des Bundes hin und bietet so die Möglichkeit von außen Druck auszuüben. Die KEF nickt einfach die Gebühren ab und bietet den Verantwortlichen ein Alibi.

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Geschrieben am: 27.01.2009
Zuletzt aktualisiert: 03.02.2016
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