, den 04.03.2009 (Letztes Update: 23.09.2018)

Social Media Rooms – aber wie (nicht)

Wo ist die Information
Wo ist die Information, Bild: CC0

Schon vor einer langen Weile wurde im Web 2.0 etwas diskutiert, das schimpfte sich Social Media (News) Room (SMR). Die Idee kam aus den Staaten. Journalisten sollte mit solchen Nachrichtenräumen geholfen werden. Sie sollten dort alle relevanten Informationen finden. Ich bin vor einigen Wochen solch einem Nachrichtenraum begegnet, möchte mich aber der Fairness wegen über Ort und Inhaber ausschweigen.

News Room oder Wiki?

Gleichwie hat mir das, was ich dort gefunden habe, in meiner Form als Journalist nur bedingt geholfen. So viel kann ich verraten: Es ging um Spielejournalismus. Der News Room war in meinen Augen so etwas wie eine grafisch stark aufgepeppte Variante eines Wikipediaeintrags, mit verschiedenen Links und Medieninhalten. Dazu gehörten neben Bildschirmfotos auch Audio- und Videobeiträge. Spielejournalisten können nicht immer so berichten, wie sie es gerne wollen. Nämlich dann, wenn ihnen untersagt wird, eigene Bildschirmfotos von Vorabversionen zu erstellen, weil diese noch der Geheimhaltung unterliegen.

Dieser Fall lag mit dem Erscheinen des SMRs nicht mehr vor. Gleichwie gibt es durchaus viele journalistische Projekte im Internet, die sich ein wirklich hochwertiges Equipment nicht leisten können. Auch solche nicht, die zum Teil finanziell von etwas größeren Geldgebern unterstützt werden, wohl auch deswegen, weil dort keine richtigen Redaktionen am Werk sind, sondern hauptsächlich freie Redakteure die Inhalte produzieren, wie manch andere Kleider an der Stange verkaufen. Das hat zur Folge, dass eigene Bildschirmfotos oder In-game-Videos in hoher Auflösung eher Mangelware sind.

Meine Erfahrung mit dem SMR nun war in diesem Fall sehr ernüchternd. Da ich ein Videospiel für eine Konsole testen sollte, das zudem in Deutschland in einer geschnittenen Fassung erschien, konnte ich aus zwei Gründen mit einem Großteil des Materials nichts anfangen: Zum einen handelte es sich in der Hauptsache um Bild- und Videomaterial, das die ungeschnittene Version zeigte, zum anderen wurden offenbar bloß Bildschirmfotos einer Plattform im SMR hinterlegt. Sprich, die Materialien waren aus verschiedenen Gründen nicht mit der Version identisch, die mir zum Test vorlag.

Und selbst auf Nachfrage bei der zuständigen Agentur konnte ich keine für mich passenden Materialien bekommen, weil selbst der Agentur diese nicht vorlagen. So viel also zum Thema “Journalisten unter die Arme greifen”. Wenn SMRs so umgesetzt werden, bin ich mit meinem Latein irgendwann am Ende und meine Berichterstattung wird dadurch eher beeinträchtigt, denn befördert.

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