, den 28.04.2009 (Letztes Update: 23.09.2018)

Keine Angst vor der akademischen Plausibilitätskeule

Wo ist die Information
Wo ist die Information, Bild: CC0

Akademiker haben, wenn sie von einer (bzw. ihrer) Sache überzeugt sind, den Hang, Plausibilitäten mit Wahrheiten zu verwechseln. Wobei das wohl jedem von uns so geht. Doch ein Akademiker würde uns in Grund und Boden diskutieren und uns immens viele Argumente auf dem Silbertablett liefern, die uns als Laie allesamt plausibel erscheinen.

Plausibel imponieren

Damit erdrückt uns der Akademiker, damit imponiert er uns vielleicht. Tatsache ist, dass Laien sich nicht einfach so vor Experten verstecken müssen. Den Schwanz einzuziehen ist nicht der richtige Weg. Skeptisch bleiben kann eine Tugend sein, weil sie uns davor bewahrt, ins blinde Messer zu laufen.

Ich kann mich mehr oder weniger selbst einen Akademiker nennen, zwar strebe ich keine akademische Karriere an (vieles kann – nichts muss), aber ein Studium bringt es mit sich, dass man „akademisch gebildet“ wird.

Laien können skeptisch bleiben

Was ich sagen möchte ist, dass man als Akademiker mehr Verantwortung gegenüber sich selbst und den anderen erkennen sollte. Man sollte deshalb nicht mit Plausibilitäten hausieren gehen als wären es Wahrheiten. Gleichzeitig können Laien ihren Teil dazu beitragen, indem sie selbst die Expertenmeinung nicht einfach so hinnehmen.

Selbst wenn man von einer Sache nur wenig Ahnung hat, kann man sich trotzdem fragen, ob die Dinge überhaupt möglich sind.

Textverstehen im Alltag

Ich schrieb diesen Beitrag, weil mich ein akademischer Text mit folgendem Sachverhalt konfrontierte:

„Diese Sichtweise des Textverstehens unterscheidet sich deutlich von den naiven Annahmen über das Textverstehen im Alltag.“

Naiv wird natürlich nicht abwertend verwendet, gleichwie deutet der Satz darauf hin, dass das Alltagsverständnis vom Textverstehen nicht zu viel in die Waagschale werfen kann. Schade fand ich allerdings die Begründung zu lesen, warum die Expertenmeinung so viel mehr wert sein soll:

„Sie ist das Ergebnis einer inzwischen jahrzehntelangen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen, vor allem der Linguistik, der Psychologie und der Informatik.“

So viel geballte Expertenmeinung (drei Disziplinen auf einmal). So lange schon trägt man die Ergebnisse zusammen. Da wird doch nicht ernsthaft jemand in Frage stellen wollen, dass die zuvor getroffenen Aussagen der Wahrheit entsprechen?!

Ich sage: Doch. Man kann zunächst alles anzweifeln. Es gibt keine Gewähr dafür, dass die Schilderungen nicht dennoch fehlerhaft sein können. Was nicht heißen muss, dass ich den Aussagen nicht trotzdem glauben schenken kann. Doch ich sollte es nicht einfach so tun, bloß weil sie aus dem Mund von „Experten“ stammen.

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