Webseiten-Prototypen nicht immer optimal aber beliebt

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Die aktuelle Forschung im Bereich von Webdesign und Usability kommt zu einem interessanten Schluss: Webseiten-Prototypen sind nicht immer optimal umgesetzt, trotzdem können sie aber sehr beliebt sein.

Prototypen

Nutzer orientieren sich gerne an so genannten Prototypen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Gebrauchsrealisierungsmustern, die als Prototypen vorgeben, woran man sich orientiert.

Ergebnisse von Nutzertests an Onlineshops aus dem Jahr 2002 zeigten, dass Nutzer einen Onlineshop umso besser bewerteten, je näher dieser in Bedienung und Layout dem „Original“ von Amazon kam.1

Etablierung von Mustern

Das ist interessant für Webseiten-Betreiber, die sich um das Design und die Usability ihres eigenen Webauftritts Gedanken machen. Woher kommt dieser bestimmende Einfluss von Amazon oder anderen großen Portalen? Die Marktführerschaft großer Portale führt bei den Nutzern zur Etablierung von neuen Mustern. Je öfter die Nutzer eine solche Seite besuchen, desto besser schleifen sich Gebrauchsmuster ein.2

Zudem gilt: Nicht alles muss gut sein, solange es trotzdem akzeptiert wird.

„Der Prototyp muss in diesem Sinne nicht die bestmögliche Lösung sein, sondern kann auch auf Popularität gründen.“
Jakobs

Muster auch bei Software

Das ist indes kein für Webseiten typisches Phänomen. Erinnern wir uns an die Zeit zurück, in der Microsoft seine erste Version der grafischen Benutzeroberfläche für Computer, „Windows“, herausbrachte. Microsoft war damals nicht der Erste. Doch durch die spätere Markführerschaft haben sich Entwickler von Software beim Design von Programmoberflächen sehr stark an Windows orientiert.


  1. Vgl. Bucher und Jäckel (2002), E-Business-Plattformen im Usability-Test. In: Roters, G. u. a. (Hrsg.): Content im Internet. Trends und Perspektiven. Berlin. S. 67-82. 
  2. Vgl. Jakobs, Eva-Maria: Bewertungsperspektiven auf Websites, S. 84. In: Schütz u. a. (Hrsg.): Neue Medien im Alltag: Befunde aus den Bereichen Arbeit, Lernen und Freizeit. Lengerich u. a., S. 71-86. 
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