, den 17.06.2009 (Letztes Update: 20.07.2018)

Storck und IKEA machen auf Galeria Kaufhof – Werbung aus dem “Eltern auf Probe”-Umfeld zurückgezogen

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Storck und IKEA ziehen Werbung bei „Eltern auf Probe“ zurück. Selten erleben wir, dass die Wirtschaft sich zu politischen Aktionen hinreißen lässt. Das geschieht oft nur beim Thema Arbeit. Doch zuletzt zog Galeria Kaufhof Computer- und Videospiele und weitere Medien aus den Warenhäusern ab, die nur an Erwachsene verkauft werden dürfen. Grund war die politische Diskussion um Killerspiele. Damit setzte man gewollt ein Zeichen, wohlwissend, dass Teenager nicht zur eigenen Zielgruppe gehören. Besser man lässt diese Illusion, wie und wo sie ist.

Die Gesellschaft altert

Immerhin altert unsere Gesellschaft immer mehr. Wir leben immer länger – noch. Aus diesem Grund sprießen seit Jahren lukrative Alterswohnsitze aus dem Boden, wo ehemals Geisterstädte nicht zum Habitieren einluden.

Galeria Kaufhof macht seine Milchmädchenrechnung jedoch ohne die Kaufkraft. Offenbar plant das Kaufhaus nur mit Pensionären. Denn einfache Rentner können sich die im Durchschnitt teureren Produkte nicht leisten. Sie kaufen die lieber bei der Konkurrenz. Konkurrent Karstadt geht in die Insolvenz. Eine entsprechende Anfrage, ob das Unternehmen bei einem etwaigen Zusammengang genauso gehandelt hätte wie Kaufhof, blieb der Pressesprecher schuldig. Er antwortete vor zwei Wochen, dass der Zeitpunkt noch zu früh sei, um darauf zu antworten.

Storck und IKEA ziehen Werbung bei „Eltern auf Probe“ zurück

Eltern auf Probe wurde nun ebenfalls zum Politikum für die Wirtschaft, ähnlich wie die Killerspiele. Es verträgt sich offenbar nicht mit dem „modernen“ Familienimage von Storck und IKEA, im Umfeld RTLs umstrittener Dokusoap zu werben.

Dass Storck zum alten Eisen gehört, ist ein offenes Geheimnis. Die Werbespots sprechen Bände. Doch dass IKEA die eigene Wir-kaufen-obwohl-wir-gar-kein-Geld-haben-Klientel verprellt, hätte ich nicht gedacht.

Unternehmen wider die Zielgruppe

Tamara und Basti bleibt nicht verborgen, dass IKEA auf sie pfeift. Anji und Mario fallen mit Sicherheit niemandem bei IKEA mehr zur Last. Mario hätte aber noch ein Argument, um mit IKEA zu verhandeln: „Er holt sein Papa“. Der reicht dicke für zwei „Brüda“. Das geht aber nicht sofort, weil Mario mit Sicherheit mal wieder unerlaubt den Klempner spielte. Briefe aus der JVA brauchen dann etwas mehr Zeit.

Lila und Sebastian schreiben vielleicht einen Leserbrief an IKEA. Sie sind verstört. Immerhin denken sie, dass die Möbelhäuser nur das Messegelände von dem zweimal im Jahr erscheinenden bunten Bilderbuch sind. Es hapert aber bei der Kommunikation. Die Mitarbeiter IKEAs rechneten nicht damit, dass die Fehlerquote bei Gymnasiasten im Jahr 2009 fünf Prozent plus X beträgt. Vielleicht können sich Lila und Sebastian aber auch nicht einigen, gehen zu Kaisers und pfeifen sich Storck-Bonbons rein.

Nadine fängt bestimmt das Heulen an, weil das Kinderbett aus dem Katalog sie daran erinnert, dass Elvir die Probepuppe im Schlaf totgelegen hat. Ja und dann sucht sie die Schuld dafür, dass IKEA seine Werbung zurückzog, bei sich selbst. Elvir trägt dafür weiter gerne Anzüge, und hat aber keinen Bock auf Arbeit, weil die ja anstrengend ist. Dieser Elvir soll sich mit Kabel 1 einig sein. Dort tritt er wohl in der nächsten Staffel von „Schluss mit Hotel Mama!“ auf. Natürlich nur, um die Kohle einzusacken. Wirklich ausziehen will er nicht. Aber psst, das wissen nur er und wir.

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