, den 27.07.2012 (Letztes Update: 30.08.2018)

Leistungsschutzrecht: Macht Google News in Deutschland zu?

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Es ist lustig und das Ausland wird sagen, typisch Deutsch. Mal ist es zu warm, mal zu kalt – das Leistungsschutzrecht. Man kann es uns eben nie Recht machen. Das Leistungsschutzrecht wird derzeit wieder in den Blick genommen. Laut neusten Medienberichten hat das Bundesjustizministerium entschieden, dass lediglich Suchmaschinen davon betroffen sein sollen/werden.

Ich schreibe vorweg, dass ich zwar eine reale Diskussion anstrebe, man bei der Lektüre aber nicht den enthaltenen Zynismus überlesen sollte.

Blogger vs Blogger?!

Waren es anfangs die Blogger, die fürchteten, dass demnächst Verleger sie mit Abmahnwellen eindecken, sobald das Leistungsschutzrecht beschlossen würde.

So sind es nun… die Blogger, die Angst haben müssen, dass Google News in Deutschland schließt? Denn dann könnten sie ihre Arbeit überhaupt nicht mehr monetarisieren. Jeder, der etwas anderes erzählt, lügt, oder heißt Robert Basic, und kann nichts dafür, dass er so viele Fans hat, oder Caschy oder Sascha Pallenberg.

Google News Deutschland macht zu?

Im Ernst: Es hat mich verwundert, heute, gerade bei einem Juristen wie Udo Vetter zu lesen, dass nach der Entscheidung des Bundesjustizministeriums demnächst dann Google News in Deutschland seine Pforten schließt, weil man den Verlegern in der Bananenrepublik nicht den Zaster in den Rachen schieben möchte. Tatsächlich hat Vetter geschrieben, dass „die deutsche Ausgabe von Google News () vielleicht sogar dichtgemacht“ würde.

Ich nehme den Konjunktiv jedoch dankend zur Kenntnis, frage mich aber, warum Google Vetters Meinung nach sein News-Angebot dicht machen sollte? Es gibt neben 127 Springer-Blättern, die Google News sowieso bescheißen, weil sie heute einen Artikel in der b.z. veröffentlichen, der dann morgen mit anderer Einleitung ansonsten identisch im Online-Lokalteil der Welt erscheint, und zwei Tage hintereinander die Klicks von Google News spendiert bekommt? Nicht dass das nur Springer kann, auch die Online-Angebote der Videospiel-Printer sind sehr stark darin, Inhalte, fast als wären sie durch einen Algorithmus geschickt worden, mit stoischer Gelassenheit auf allen ihren Netzwerkseiten immer wieder neu zu veröffentlichen.

Entscheidung… 3, 2, 1!

Ob das Bundesjustizministerium wirklich richtig steht, und dann die Lichter bei Google News Deutschland ausgehen, soll laut Heise aber nicht vor August dieses Jahres entschieden werden. Dann erst soll der neue Entwurf im Kabinett zur Abstimmung gebracht werden.

Thomas Knüwer will übrigens nicht so lange warten, er fordert von Google „Just do it!“ und lässt damit einen Nike-Werbe-Slogan reüssieren. Knüwer stachelt Google dazu an, die Verlagsinhalte schon jetzt aus dem News-Index zu schmeißen, und das Leistungsschutzrecht nicht erst noch abzuwarten.

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