, den 18.12.2012 (Letztes Update: 25.08.2018)

Instagram will Nutzer-Bilder verkaufen: Kurzschluss oder warten?

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Instagram will Nutzer-Bilder verkaufen. Das Social Network für Bilder, Instagram, hat seine Nutzungsbedingungen verändert. Die neuen Mitgliedskonditionen sehen vor, dass der Anbieter die von den Nutzern bereitgestellten Daten zu Werbezwecken verwenden kann. Er darf sie sogar Dritten für Werbezwecke bereitstellen. Der Nutzer erhält dafür keine Vergütung.

Was als vielversprechendes Start-up begann, bekam irgendwann einen Knacks. Man könnte fast sagen, dass schon just zu dem Zeitpunkt, als man bei Instagram beschloss, sich Android zu öffnen, eine Dynamik angestoßen wurde, die aus Everybody’s Darling ein Kind machten, das Aneckte. War Instagram vorher Apples Freund, riefen sogar die Apple-Granden dazu auf, dem Dienst den Rücken zu kehren, als die Android-Version veröffentlicht wurde.

Verkauft Instagram Nutzerbilder?

Dann kam Facebook mit der Absicht, den Dienst aufkaufen zu wollen. Es hing nur noch an der Bürokratie in den USA, grundsätzlich war der Kauf mehr oder weniger beschlossene Sache. Es sollte Monate dauern, bis alle zufriedengestellt waren. Anfang September ging der Deal dann offiziell über die Bühne. Facebook erwarb Instagram für 240 Millionen Euro plus 23 Millionen Euro in Facebook-Aktien.

Der Kauf durch Facebook gefiel ebenfalls nicht allen. Die Nutzungsbedingungen Facebooks sahen schon in der Vergangenheit ähnliche Verwertungsrechte der Nutzerdaten vor. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Entsprechend verwundert es niemanden, dass die neuen Instagram-AGB folgenden Passus enthalten:

„Some or all of the Service may be supported by advertising revenue. To help us deliver interesting paid or sponsored content or promotions, you agree that a business or other entity may pay us to display your username, likeness, photos (along with any associated metadata), and/or actions you take, in connection with paid or sponsored content or promotions, without any compensation to you.“
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Ganz oder gar nicht?

Für Nutzer stellt sich nun die Frage, wie sie zu reagieren haben. Instagram bietet die Möglichkeit, die eigenen Fotos gesammelt als ZIP-File herunter zu laden. Man kann dann die Löschung des eigenen Accounts beantragen.

Wer diesen Schritt geht, der kann unter demselben Nickname später keinen Account mehr registrieren. Man könnte nun abwarten, ob Instagram durch den öffentlichen Druck wieder zurückrudert, nur sicher ist, dass die Situation wohl eher nicht mehr so werden wird wie vorher. Entsprechend könnte man konsequent sein, und einem Dienst den Rücken kehren, der auf Kosten der Nutzer Geld verdienen möchte, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen.

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