Otto Normal, den 03.03.2013 (Letztes Update: 21.02.2019)

iCloud: Apple löscht Benutzer-E-Mails als Spam

Spam
Spam, Bild: NeONBRAND

Apple verwendet in seinem iCloud-System einen scheinbar sehr exzessiven Spam- und Malware-Filter, der offenbar „willkürlich“ Nachrichten von einzelnen Benutzern ohne Information löscht.

Dieses Problem fiel auf, da Apple die firmeninterne „Anti-Pornographie“-Einstellung auch auf diesen Filter überträgt. Das US-Magazin „InfoWorld“ berichtete hierzu, dass ein Drehbuchautor die automatische Löschung von E-Mails entdeckte, als plötzlich einige Nachrichten verschwanden.

Drehbuch kommt nicht an

Nach weiteren Angaben versuchte der Autor, eines seiner Skripte über seinen iCloud-Account an einen Produzenten zu schicken. Die versandte E-Mail kam aber nicht bei dem Empfänger an. Daraufhin folgten weitere Versandversuche – ohne Erfolg, auch ein komprimierter Anhang änderte nichts an dem Problem.

Da der Drehbuchautor aber auch ein Computerfanatiker ist, hatte er noch ein Ass im Ärmel. Er verschlüsselte den Anhang in einem Kompressionsverfahren. Nach diesem aufwändigen Schritt kam die E-Mail dann beim Produzenten an, allerdings mit dem Hinweis, dass kein Virentest durchgeführt werden konnte.

iCloud schuld

Durch diese vielen Versuche lag der Verdacht nahe, dass die Löschung in den Systemen von Apples iCloud passiert. So versuchte der Drehbuchautor mehrere Möglichkeiten, um herauszufinden worauf denn Apples Filter so böse reagierte. Nach etlichen Versuchen konnte der Autor die „böse“ Stelle finden, welche in seinem Drehbuch auftritt. So beschreibt er in seinem Skript einen Moment, in welchem eine Webseite mit pornographischen Bildern auf dem Bildschirm dargestellt wird. Wurde diese „explizite“ Stelle aus dem Drehbuch entfernt, so konnte dieses problemlos verschickt werden.

Entsprechend liegt die Vermutung nahe, dass Apple die verschickten E-Mails nicht nur auf Malware & Viren untersucht, sondern auch auf missliebige Inhalte. Hierbei filtert Apple aber scheinbar nicht nur den E-Mail-Kontext sondern auch die angehängten Dokumente. Dabei setzt Apple offenbar auf „Redewendungen“ wie sie nur in Spam vorkommen sollen. Das größte Problem dabei liegt jedoch darin, dass der Nutzer über die Löschung/Qualifizierung von Apple keine Information bekommt. Apple hat hierzu bislang noch keine Stellung bezogen.

Lieferzeiten neuer iMacs in USA verbessern sich enorm
HTML5-Bug schreibt Festplatten voll
Zuletzt kommentiert