Iro Kaese, den 11.06.2013 (Letztes Update: 11.06.2013)

WWDC Keynote: Apple präsentiert iOS 7 und komplett neuen Mac Pro

Dass die WWDC eine Entwicklerkonferenz ist und keine Produktpräsentation im herkömmlichen Sinne, konnten die rund 3000 Entwickler, Presseleute und anderen geladenen Gäste am 10. Juni 2013 erfahren. Wer das Glück hatte, um direkt vor Ort zu sein, erlebte ganz sicher einen gebührenden und gelungenen Start der diesjährigen Worldwide Developers Conference. Für die Apple Fans außerhalb des elitären Kreises zeigte sich vielleicht doch ein anderes Bild. Wie bereits schon oft zuvor wollten viele Leute zu Hause an den Bildschirmen, die Sensation erleben, sich überraschen lassen und sich im 7. Computertechnik-Himmel angekommen fühlen. Was kam, was gezeigt wurde, sorgte zuerst für ein wenig Enttäuschung, denn Tim Cook zeigte kein “One more Thing“, keine neue Smartphone Sensation, keinen Brocken für die hungrigen Apple Fans, allenfalls gab es Häppchen. So zumindest der erste Eindruck, nach erlebter Keynote. Doch war es wirklich so enttäuschend und schwach? Nein, denn schon nach wenigen Stunden sackten die vielen Informationen, die im Moscone Center wohl noch durch die Hallen zischten und legten sich fast, wie eine gemütliche Decke um einen herum. Zumindest bei mir sorgte dies für angenehme Träume.

Apple Store Berlin und Anki Drive

Die Keynote begann eher verhalten, mit den bekannten Worten zu Apple Statistiken, Daten und Fakten. Ebenfalls wurde der kürzlich eröffnete Berliner Apple Store gezeigt, ein passendes Video vermittelte Impressionen über Deutschlands neuen vorzeige Apple Store. Es folgte eine art von Autorennspiel, nichts Weltbewegendes aber zumindest etwas sehr cleveres, was vor allem eines deutlich macht. Apple setzt hohen Wert auf Entwicklungen, auf Innovationen und auf Start-ups. Anki Drive ist solch ein Projekt und Apple ist so stolz darauf, dass es den jungen Entwicklern die ersten Minuten der Keynote gönnt. Hinter Anki Drive steckt ein Robotor-Steuerungssystem, was aus ferngesteuerten Vehikeln, intelligente Maschinen zaubert. Dort vorgestellt passten sich mehrere durch iOS Devices und Bluetooth verbundene Spielzeugautos in Bewegung. Dabei entwickelten die kleinen Cars eine beachtliche Dynamik. Sie konnten eigenständig beschleunigen, bremsen, lenken und ausweichen und das mit beeindruckender Präzession. Dafür steht Apple, der passende Anfang war geschafft.

mavericksAuf Mountain Lion folgt nicht Sea Lion, sondern OS X Mavericks

Craig Federighi, zuständig für OS X übernimmt die Keynote und kommt auf Apple neues Betriebssystem zu sprechen. Eine Fortführung der Lion Reihe. Er zeigt eine Grafik mit einem Seelöwen. Das Publikum lacht. Nein, es folgt kein weiterer Löwe im OS X Gefüge, sondern Apple OS X Mavericks. Ein schlichtes “X“ ziert das kommende Label. Es kommt mit neuen Funktionen wie Tabs, Taggs, einer Schlüsselbundfunktion für das Passwortmanagement, welches wohlgemerkt über iCloud synchronisiert und auch für iOS funktioniert. Safari erhält ein Update, Websites, die im Hintergrund stehen, sollen zukünftig in einem Energiesparmodus online gehalten werden, dies sogt für eine längere und auch schonendere Energieeffizienz. Es kommen: iMassages, iBooks, neue iWorks Versionen, dank Onlinefunktionalität sogar auch für Win-PC und einiges mehr. Mac OS X Mavericks ist keine komplette Neuerung, eher eine Vertiefung und Optimierung in vielen Bereichen, hin zu einer Anpassung an die Mobilität.

Überraschung, Highlight, Power: Der komplett neue Mac Pro

Bevor zu einem wirklichen Highlight der WWDC Keynote kommen, übernimmt Phil Schiller das Ruder. Er stellt zwei neuen MacBook Air-Modelle vor, welche, sofort verfügbar sind und mit einer sagenhaften Akkulaufzeit auftrumpfen können. Je nach Modell laufen die MacBook Air Computer neun, beziehungsweise sogar 12 Stunden, das ist mehr als die iPad Modelle bringen. Nun aber zu einer Überraschung. Kurz vor der Keynote sickerten Gerüchte durch, dass auf der WWDC tatsächlich ein neuer MacPro vorgestellt werden könnte. Apple zeigt ein Video – die neue Generation Mac Pro. Das Design ist zuerst nur zu erahnen, es hebt sich vom bisher bekannten gänzlich ab und sieht aus wie eine Mischung aus einem Basetube, einem Roboter und einem wohlgemerkt modern gestylten Regenschirmständer aus. Irgendwie unpassende Wörter um das neue Flaggschiff der Mac Reihe zu beschreiben. Die Oberfläche ist gänzlich glatt und ohne Kanten. Rundungen zeichnen die Formen und der Mac Pro kommt in einem schlichten aber glänzenden Schwarz aus Aluminium. Apple hat sich nicht nur auf der Keynote allergrößte Mühe gegeben den MAC Pro sehr geheimnisvoll zu präsentieren. Auch auf der Apple Website ist die Form der Produktvorstellung zwar schlicht aber sehr innovativ und beeindruckend. Hier sieht man auch, was nun tatsächlich unter der schnörkellosen Haube verborgen ist. Eine als Dreieck angeordnete Platinenkombination, Apple nennt dies “The new power structure“, eine umlaufende Workstation. Mit Dual Core CPU Grafik, PCI Express-Flash-Speicher, neue Thunderbolt Anschüsse (Thunderbolt 2), neue Generationen an Xeon Prozessoren, ultraschnelle Arbeitsspeicher und die Möglichkeit, drei 4K-Video Displays anzuschließen. Der Mac Pro kommt mit bis zu 12 Core Prozessoren, und der Möglichkeit den Arbeitspeicher auf 60 GB zu erweitern. Die neuen Speicher Drives sollen zweieinhalb mal so schnell sein wie bisher verbaute Festplatten wie in den aktuellen Mac Pros. Insgesammt soll sich die Gesamt Performance mindestens um das Doppelte erhöhen.macbook pro 8macbook pro 7macbook pro 5macbook pro 6

Das Konzept des Mac Pro ist so ausgelegt, dass der Innenraum zur Luftzirkulation und Kühlung genutzt wird. Die Platineneinheiten geben die Betriebswärme in den Innenhohlraum ab, Lüfter transportieren die Wärmebänke nach oben hin ab. Die Größe des Mac Pro ist deutlich reduziert worden. Neben dem gänzlich neuen Design ist der MAC nur so groß, dass er leicht auf dem Schreibtisch platz findet. Mit der Präsentation lüftet sich übrigens auch das Geheimnis, welcher Apple Mac zukünftig in den USA hergestellt wird. Apple legte großen Wert darauf den Claim “Essembled in the USA“ zu verkünden. Über die Veröffentlichung gab Apple allerdings keine genauen Details bekannt, es ist wohl damit zu rechnen, dass der MAC Pro ab Herbst 2013 zu beziehen ist. Etwas Gutes hat dies nebenbei auch, Interessenten können die Zeit nutzen um für das Prunkstück ein wenig geld zu sparen.macbook pro 1

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iOS 7 kommt: Endlich die lang ersehnte Frischzellenkur für das iPhone

Weiter ging es bei der Keynote mit dem thema iPhone, beziehungsweise iOS 7. Das das neue mobile OS kommen wird war ja klar. Der Moscone Center zeigte sich ja bereits schon in passenden Bannern gekleidet. Wir werden zu diesem thema natürlich noch ausführlich kommen und iOS 7 genau unter die Lupe nehmen. Zusammengefasst bringt das neue iOS eine komplett neue Oberfläche, inklusive Design, Features und Effekte. iOS7 wirkt minimalistisch und fügt sich nahtlos an das Konzept des iPhone ein. Kein Wunder, den Jonathan Ive kümmerte sich in Hauptverantwortung um das recht alt gewordene iOS, das inzwischen recht verstaubt wirkt. iOS 7 gibt es für Entwickler ab sofort als Beta Version, alle anderen Nutzer werden ab Herbst in den Genuss des kostenlosen Betriebssystem kommen. Eigentümer ab iPhone 4 dürfen sich also fast auf ein komplett neues iPhone freuen.ios7titelitunes radio

Abschließend wurden noch Updates von Siri (mit männlicher Stimme) und der Einbindung in die Autoindustrie vorgestellt. iTunes bringt die Funktion iTunes Radio, die auch unter iOS genutzt werden kann. Der Hörer kann sich aus Musik von Themensendern kostenlos anhören, Favoriten erstellen und Titel bei gefallen direkt über iTunes erwerben. Der Dienst startet zunächst in den USA und soll bald für Europa folgen.

Fazit

Es gab weder iPhone 5S oder iPhone 6, kein iTV, keine iWatch und auch kein neues iPad. Als Überraschung diente ein völlig neues Konzept für den kommenden Mac Pro. Updates für MacBook Air und zwei neue Betriebssysteme: Mac OS X Mavericks, welches die Lion-Reihe ablöst und natürlich iOS 7. Dieses wirkte auf der Präsentation sehr stimmig und die Performance konnte dort auch überzeugen. Das Design ist natürlcih Geschmackssache, wirkt aber frisch und stimmig. Es verleiht den iOS Devices, die so lange ersehnte Erneuerung. Übrigens, auch der Finanzmarkt reagierte nicht wie bei der letzten Keynote mit einem Kurseinbruch, lediglich mit einem Minus von knapp 3 Prozentpunkten.

Bildquelle Alle Rechte : Apple Inc.

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