Otto Normal, den 27.03.2014 (Letztes Update: 27.03.2014)

iOS für Autos: Apple stellt „Carplay“ vor

Auf dem Genfer Autosalon hat Apple nun eine neue Technik mit dem Namen „CarPlay“ vorgestellt. Damit wird ermöglicht, dass das iPhone noch besser in die Auto-Elektronik integriert werden kann. Alle Apps und die Bedienoberfläche vom iPhone werden so direkt auf den Auto-Display übertragen. Ergänzt wird diese Technik noch durch Apple Siri, welche als Sprachsteuerung fungiert. Mit „CarPlay“ kann das iPhone im Auto wie gewohnt bedient werden. Möglich macht das die tiefe Integration des iOS-Betriebssystems in das Infotainment-System des Autos.

Ein sehr wichtiger Bestandteil der iPhone-Bedienung bildet der Siri-Sprachassistent. Er fungiert als leistungsfähige Sprachsteuerung. So kann der Fahrer alle wichtigen Funktionen vom iPhone über Sprachbefehle steuern, ohne dass er den Blick vom Verkehr abwenden muss. Das Eintippen von Befehlen und die Bedienung des Touchscreens entfällt somit. Siri ermöglicht so nicht nur das Starten und Annehmen von Anrufen, sondern auch die Möglichkeit Nachrichten während der Fahrt zu diktieren und abzusenden. Auch Musik kann so abgespielt werden. Zudem kann der Fahrer auf die Musik-Playlist vom iPhone zugreifen und verschiedene Musik- und Webradio-Streaming-Anbieter nutzen. Im Bereich der Navigation greift das System auf Apple-Karten zu. Diese sind mit klassischen Navigations-Features wie Verkehrslage-Informationen und Turn-by-Turn versehen. Auch diese Fuktionen können praktisch über den Sprachassistenten gesteuert werden.

iPhone Apps mit Auto-Bildschirm

Autos, die das neue „CarPlay“ unterstützen werden mit einer speziellen Lenkradtraste ausgestattet. Über diese Taste kann der Siri-Sprachassistent dann eingeschaltet werden. Die iPhone Apps werden wiederum auf dem Auto-Bildschirm angezeigt. Falls ein Touchscreen vorhanden ist, können die Apps auch über diesen bedient werden. Die neue C-Klasse besitzt so zum Beispiel leider keinen Touchscreen, dafür aber einen Comand Controller mit separaten Touch-Pad.

Die Kooperation mit Mercedes-Benz, Volvo und Ferrari

Apple arbeitet bei „CarPlay“ mit vielen verschiedenen Auto-Herstellern zusammen. Zu Beginn soll die neue Technik nur in ausgewählte Fahrzeuge von Mercedes-Benz, Ferrari und Volvo verbaut werden. Anschließend soll „CarPlay“ aber auch in Autos von Peugeot, Nissan, Land Rover, Jaguar, General Motors und BMW eingebaut werden. Auch Ford soll schon bald damit versehen werden. Ford wird allerdings auch sein eigenes Infotainment-System Sync weiter entwickeln und seinen Kooperationspartner Microsoft und Windows zumindest teilweise durch ONX und Blackberry ersetzen. Wieviel „CarPlay“ dem Auto-Käufer kosten wird, dazu wurde noch nichts bekannt gegeben. Im Rahmen eines Updates für iOS 7 will Apple die neue Technik bereit stellen. Es wird aber nur von iPhones unterstützt, die die sogenannte Lightning-Technologie unterstützen, sprich das iPhone 5S, 5C und das iPhone 5. Den Zugriff auf diverse Musik-Streaming-Dienste werden über Apples iTunes ermöglicht. Dazu gehören zum Beispiel iHeartRadio, Stitcher, Beats Radio und Spotify.

Neue Basis mit bekannten Funktionen

Ganz so neu sind die Funktionen bei „CarPlay“ allerdings nicht. Die bereits erwähnten Funktionen gibt es schon für zahlreiche Auto-Modelle von verschiedenen Herstellern. Besonders Premium-Hersteller wie BMW, Auto, VW, Toyota oder Mercedes-Benz bieten eine hochwertige Sprachsteuerung für ihre InCar-Infotainment-Systeme zusammen mit Telefonie, Navigation, Webradio-Diensten und Musik-Streaming an. Neu ist allerdings, dass alle Funktionen wie die Sprachsteuerung oder die Navigation komplett über das iPhone laufen. Dadurch wird das Betriebssystem iOS und iPhone zu einer zentralen Schnittstelle für die Navigation, das Infotainment und die Telefonie im Fahrzeug. Das hat den großen Vorteil, dass Autofahrer so die gewohnte iPhone-Technik zusammen mit dem gewohnten Sprachassistent Siri im Auto nutzen können, zusammen mit den wichtigen Infotainment-Funktionen. Der Automobil-Hersteller Opel ging mit seinem Intelli-Link schon vor einiger Zeit in diese Richtung. Er setzte die Technik aber nicht ganz so konsequent durch, da er iOS nicht in das Intelli-Link integrierte.

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