, den 11.02.2015 (Letztes Update: 13.01.2016)

Verlangsamt Telekom den Breitbandausbau?

Telekom-Konzernzentrale
Telekom-Konzernzentrale in Bonn, Foto: Quelle via Wikimedia (CC BY-SA 3.0).

Medienberichten zufolge soll die Deutsche Telekom den Netzausbau verlangsamen, weil sie statt Gebiete neu zu erschließen lieber dort ausbaut, wo zum Teil Stadtwerke bereits ein Glasfasernetzwerk errichtet haben.

Politiker müsste man sein, und von Deutschlands Breitband-Ausbau schwärmen können, dabei aber die Realität ausblenden. Die Deutsche Telekom, die noch immer direkt zu 14,5 Prozent der BRD gehört, und zu weiteren 17,4% indirekt über die KfW ebenfalls dem Bund gehört, beklagt sich über die Kosten für den Breitbandausbau. Bei den jüngsten Medienberichten muss man sich jedoch fragen, ob diese Vorgehensweise à la Toll Collect nicht nur wieder zu Lasten der Steuerzahler subventioniert wird.

Unnütze Ausgaben, doppelte Erschließung

Medienberichten zufolge soll die Telekom aber, statt neue Gebiete zu erschließen, lieber dort ihr Glasfasernetz ausbauen, wo es durch Stadtwerke oder lokale Anbieter bereits Glasfaser-Netze gibt. Dafür werden womöglich andere Gebiete nicht erschlossen oder müssen länger darauf warten als notwendig.

Es wird von den Stadtwerken Bamberg berichtet, die bereits jeden zweiten Haushalt der Stadt mit Glasfaser versorgen können, bis in die Wohnungen hinein. 2015 sollen weitere 7000 Anschlüsse gelegt werden. Die Telekom beginnt trotzdem in Bamberg ihr eigenes Netz auszubauen, das am Ende weniger leistungsstark sein wird, da der Rosa Riese die Glasfaser nicht bis zum Kunden legt, sondern auf den letzten Metern vom Verteiler weiterhin auf Kupfer vertraut. Der Sprecher der Bamberger Stadtwerke, Jan Giersberg, teilte gegenüber golem mit, dass ohne eine derartige Vorgehensweise schon in einigen Jahren die Kapazitäten nicht mehr zeitgemäß sein werden.

„Infolge der technologischen Entwicklungen werden bereits in wenigen Jahren die Anforderungen an die Bandbreitnetze derart hoch sein, dass sie nur mit Glasfasernetzen zu befriedigen sind, die bis mindestens in die Gebäude reichen.“
Jan Giersberg (Stadtwerke Bamberg)

Die Stadtwerke Bamberg könnten einen Anschluss mit 200 MBit/s schon jetzt garantieren. Bei den Versprechen der großen Telekommunikationsanbieter gegenüber der Politik war hingegen lediglich von 50 MBit/s die Rede.

Warum die Telekom volkswirtschaftlich sinnlose Investitionen in Netzausbau betreibt, wo es bereits Netze gibt, die dem Kunden weniger bieten als die vorhandene Infrastruktur, bleibt das Geheimnis eines Unternehmens, das bereits beim Bau der Systeme für die LKW-Maut als Toll Collect zusammen mit Daimler gezeigt hat, dass man Steuergelder prima zum Fenster rauswerfen kann. Dass Subventionen für den Breitbandausbau nicht genutzt werden, um überall in Deutschland Netze anzubieten, sondern priorisiert dort, wo man in Konkurrenz zu anderen Anbietern steht ist für den Bürger von Nachteil, der nicht in den Ballungsgebieten wohnt.

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