Food Express: Grüßt das StudiVZ-Murmeltier?

StudiVZ
StudiVZ - Screenshot

Food Express ist ein Berliner Start-up, das Insolvenz angemeldet hat. Der Niedergang des Unternehmens erinnert einen auf unwillkürliche Weise an den Werdegang eines weiteren Berliner Start-ups: StudiVZ.

Peer Schader hat auf Krautreporter einen umfangreichen Beitrag über Lieferdienste wie Pizza.de und Lieferheld formuliert. Darin erfährt man u. a., dass die beiden Portale zum selben Konzern gehören und teilweise 15 und mehr Prozent Provision von Restaurant-Inhabern verlangen, nebst 20 Euro monatlicher Gebühren und 990 Euro Antrittsgeld bei Verträgen mit 12 Monaten Laufzeit. Ich empfehle diese Lektüre, und möchte selbst einen Aspekt herausgreifen, der mich beschlich, als ich vom Schicksal von Food Express las.

Der Fall Food Express

Rocket Internet von den Samwer-Brüdern ist zu 38,5 Prozent in Delivery Hero investiert. Unklar ist, welchen Einfluss Rocket Internet auf die Entscheidungen bei Delivery Hero hat. Zumindest in der Frage eines Börsengangs lässt sich Gründer Niklas Östberg nicht von Oliver Samwer unter Druck setzen, wie er der Wirtschaftswoche verriet.

In jedem Fall war Delivery Hero bei Food Express eingestiegen. Das Berliner Start-up wollte eine Kette zwischen Restaurants und Kunden erstellen, solchen Restaurants, die normalerweise keinen Lieferservice bieten, weil sie keine Fahrer beschäftigen und deshalb nicht ausliefern, sondern nur Laufkundschaft bedienen. Es kamen Gerüchte auf, Delivery Hero wollte Food Express übernehmen. Doch dann kam alles anders: Food Express hat mittlerweile Insolvenz angemeldet. Öffentlich beteuert man seitens des Start-ups, dass eine Übernahme nicht an Food Express gescheitert sei.

Und Delivery Hero? Das gründete ein eigenes Start-up der Marke Food Express. Man wird zumindest die Frage stellen dürfen, ob man nur in Food Express investiert war, um Know-how in diesem Umfeld zu sammeln.

Samwer-Kalkül oder Zufall?

Was vor diesem Hintergrund besonders stutzig macht ist das Investment der Samwer-Brüder. Als es in Deutschland mit StudiVZ losging und später Facebook hierzulande startete, schrieb ich regelmäßig über die Social Networks. Deshalb ist mir ein Detail nicht verborgen geblieben: Die Samwer-Brüder waren nämlich in StudiVZ investiert und später dann aber auch in Facebook. Man half Facebook sogar beim Start in Deutschland. Vielleicht mit dem Know-how um die deutsche Kundschaft, das man aus dem Investment von StudiVZ-Zeiten bereits kannte?

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Geschrieben am: 14.12.2015
Zuletzt aktualisiert: 14.12.2015
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