Apple- und Samsung-Zulieferer nutzen Kinderarbeit

iPhone 4s
iPhone 4s Batteriefach, Foto: iFixit

Apple- und Samsung-Zuliefer nutzen Kinderarbeit, wie Amnesty International in einem neuen Bericht festhält. Man wirft den Unternehmen Versagen vor.

Sowohl Apple als auch Samsung und andere wie Microsoft oder Lenovo, die auf Lithium-Ionen-Batterien in ihren Geräten setzen, sind potenziell verdächtig. Laut AI würden die Zulieferer Kinder in Kobalt-Werken schürfen lassen.

Zu wenig Kontrolle

AI wirft den Unternehmen vor, keine notwendigen Überprüfungen vorzunehmen. Der Bericht wurde in Zusammenarbeit mit Afrewatch erstellt, einer Nicht-Regierungs-Organisation Afrikas. Händler würden Kobalt aus Gebieten ankaufen, in denen Kinderarbeit an der Tagesordnung sei. Dieses würde wiederum an chinesische Rohstoff-Firmen verkauft und dann wiederum an Batterieproduzent weitergegeben. Der Rohstoff kommt also nur über Umwege bei den Kunden wie Apple, VW, Sony, Daimler und anderen mehr an.

Kinderarbeit im Kongo

Mehr als die Hälfte des geförderten Kobalts stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Die dortige Regierung nimmt an, dass 20 Prozent des Kobalts, der in den Export gelangt, aus kleineren Bergbaugebieten im Süden des Landes stammt. Gerade dort würden jedoch oft Kinder zur Arbeit eingesetzt, manche erst sieben Jahre alt.

Der Bericht weist auf die Folgen für die Gesundheit der Kinder im Besonderen, aber aller Minenarbeiter im Allgemeinen hin. Ohne entsprechende Arbeitskleidung ist durch den Staub in der Mine vor allem die Lunge extremster Belastung ausgesetzt. Alle an der Kette beteiligten Parteien, also auch die Regierung der DRK und jeder Zwischenhändler machen sich schuldig, so AI.

Apple toleriert keine Kinderarbeit

Apple hat gegenüber Medienvertretern abermals betont, dass man Kinderarbeit ablehne. Man habe strikte Standards, die Kinderarbeit untersagen und würde regelmäßig Kontrollen durchführen aber auch Präventivmaßnahmen. Darüber hinaus leugnet Apple aber die Verbindung zu einem der chinesischen Unternehmen, dass AI als unsauberen Händler ausgemacht hat.

Samsung kann Kontrolle nicht garantieren

Samsung und Samsung SDI gaben an, dass man keine Kobalt-gestützten Batterieteile von CDM oder Huayou Cobalt aus China verwende, die im Verdacht stehen Handel mit Kobalt aus Kinderarbeit zu betreiben. Gleichzeitig wollte/konnte Samsung jedoch keine Garantie abgeben, dass am Ende nicht doch auch Kobalt aus Kinderarbeit in den Produkten landen würde.

Microsoft hat böses Kobalt gekauft

Microsoft sah sich ebenfalls nicht in der Lage, auszuschließen, dass man Kobalt aus besagten Minen in seinen Produkten verwende. Dies sei ein Problem wegen der „komplexen Zulieferer-Kette“. Man gab zu, dass man sogar von einem der in der Kritik stehenden Unternehmen Kobalt in geringen Mengen gekauft habe. Dies sei jedoch nur im Rahmen von internen Prototypen zum Einsatz gekommen und nicht in Produkten, die an Endverbraucher verkauft wurden.

Auch andere Hersteller wie HP oder Lenovo meldeten sich zu Wort, mit ähnlichen Antworten. Apple gab außerdem an, dass man versucht technisch als auch administrativ nach alternativen Lösungen zu suchen. Man werde es alleine aber nicht schaffen und sei auf die Mithilfe der Industrie angewiesen.

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Geschrieben am: 19.01.2016
Zuletzt aktualisiert: 02.02.2016
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