Lasst uns für das Grundeinkommen arbeiten

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Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein gesellschaftlicher Trend, der sich womöglich nie vollständig durchsetzen wird können, vielleicht auch doch. Während aber Akademiker in ersten Studien positive Effekte zeitigen, die der gesamten Volkswirtschaft zugute kommen, wird ein Aspekt kaum thematisiert: die dynamische Anpassung eines Grundeinkommens an eben diese Volkswirtschaft.

Während sich in manchen Teilen der Welt sukzessive die Idee durchsetzen könnte, dass ein Grundeinkommen die bessere Alternative im Vergleich zum Mindestlohn darstellt, sollte man das Schaffenspotenzial einer Volkswirtschaft nicht außer Acht lassen.

Grundeinkommen an Volkswirtschaft koppeln

Stellen wir uns eine Gesellschaft vor, in der es ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt. Die Regierung würde dieses Einkommen in der Regel auf einem Level halten wollen, oder aber mit einer Rentenformel mit der Zeit immer nach oben anpassen. Die Inflation müsste ebenso angepasst werden, usf. All diese Mechanismen kennt man bereits aus der althergebrachten Finanzpolitik.

Doch das Grundeinkommen würde deutlich davon profitieren, wenn man es an den Erfolg der Volkswirtschaft koppelte. Wenn die Teilnehmer der Gesellschaft “sich reinhängen”, dann bekommt am Ende jeder Mehr. Warum sollte das den einzelnen antreiben? Schon in klassischen Arbeitsverhältnissen können Bonuszahlungen und Provisionen als Anreiz dienen, mehr zu arbeiten.

Ein Stolperstein in dieser Rechnung ist die Tatsache, dass man als Teilnehmer einer Gesellschaft sich einfach einer anderen anschließen könnte, wenn diese mehr Grundeinkommen böte. Das erscheint auf den ersten Blick lukrativ, ähnlich wie heutzutage die Firmen-Wanderung von Ort zu Ort betrieben wird, weil man in Kommune X,Y weniger Steuern zahlen muss.

Warum sollte das beim dynamischen Grundeinkommen anders sein? Wenn es auch deutlich träger funktioniert, so würde der Grundeinkommens-Migrant mittelfristig einen Nachteil erleiden, dadurch, dass er die neue Volkswirtschaft, in die er eintritt, zusätzlich belastet. Man muss annehmen, dass dies viele Leute zur gleichen Zeit tun und deshalb das Grundeinkommen darunter leidet und nach unten angepasst werden muss, weil es sich der Staat nicht leisten kann. Dies gilt natürlich nur dann, wenn das Grundeinkommen an die Volkswirtschaft gekoppelt würde.

Dies wird ein Lernprozess, der erst nach ein paar Dekaden verstanden wird. Dazu kommt aber, dass viele Menschen gerne einen Lebensmittelpunkt haben wollen. Sie würden nicht wegen 50 oder 100 Euro alle zwei Jahre umziehen wollen, und Familie und Freunde hinter sich lassen wollen.

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Geschrieben am: 04.04.2016
Zuletzt aktualisiert: 04.04.2016
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