, den 30.08.2018 (Letztes Update: 30.08.2018)

Kommentar: Für Rechtschreibdiskussionen ist keine Zeit

Ich gebe zu, ich habe u. a. Sprachwissenschaften studiert. Deshalb ist meine Perspektive auf Rechtschreibung und Sprache generell eine andere als die vieler Personen. Doch gerade deswegen bin ich der Meinung, dass es vergeudete Energie ist, über Rechtschreibfehler im Internet zu lamentieren.

Ich bin ein Kind, das mit der Technik aufgewachsen ist. Ich habe erlebt, wie die Technologisierung, dann die Digitalisierung und seit den 90ern in der breiteren Öffentlichkeit das Internet unsere Welt beschleunigt haben. Sprache ist davon nicht ausgenommen.

Aufhören Rechtschreibfehler zu diskutieren

Indem man aufhört, Diskussionen über Rechtschreibfehler zu führen, Keine Sorge, ich will nicht Sprache abschaffen und auch nicht die Bundesjugendspiele, sondern nur meine Meinung artikulieren. Ich habe 2000 mein Abitur gemacht, ein Jahr, in dem ich als letzter Sport im Abitur wählen konnte. Mein Intellekt ist damals nicht verkümmert, weil ich Mathe, Englisch und Geschichte als weitere Fächer wählte. Tatsächlich habe ich später zunächst ein Technik-Studium begonnen, dann aber Sprachwissenschaft und Soziologie studiert. Ich habe Duden und Grammatiken gewälzt, Sprache in Foren und Wikis, und auch in Kommentaren auf Webseiten analysiert und dabei schon damals Shitstorms gesehen – nur hat man sie da noch nicht so genannt.
Ich habe außerdem ganz unterschiedliche Dozenten und Professoren kennen gelernt, die mal sehr konservativ, mal sehr liberale Ansichten von Sprache und den Umgang mit Sprache predigten. Vor allem habe ich aber durch meine Beschäftigung mit dem Internet im Beruf gelernt, dass das, was mir im Studium vermittelt wurde, genauso in der Realität vorkommt.

Ich würde nicht so weit gehen wie Sascha Lobo, uns eine Nation der Besserwisser zu nennen, selbst wenn er diesen Gedanken nicht nur 2011, sondern 2015 gleich noch einmal in seiner Spiegel-Kolumne betonen wollte. Man könnte anmaßend werden, und behaupten, ihm sei nichts mehr eingefallen.

Sprachkritik, Sprachschutz und Co.

Natürliche Sprache ist, anders als Programmiersprachen, semantisch nicht eindeutig. Zudem ist ihre Entwicklung nicht gesteuert. Es gibt dutzende Faktoren, die Einfluss nehmen auf natürliche Sprachen. In Frankreich gibt es ein staatliches Institut, das versucht, die Landessprache zu beschützen. Es funktioniert auf diese Weise, dass sich in der Realität eine Parallelsprache ausbildet, weil man Sprache nicht einsperren kann. Man kann es versuchen, aber das führt zu nichts.

Sprachen sterben aus, ja, weil wir es so wollen. Die meisten Tier- und Pflanzenarten übrigens auch. Mit Sprache verbindet sich Kultur und eine Geisteshaltung. Sprache als persönlicher Ausdruck ist daher ein guter Indikator dafür, wie eine Person tickt. Doch Sprache als Gemeingut ist mehr als die Summe seiner Einzelteile. Nicht nur, weil die Deutschen keine Kinder bekommen, ist unsere Sprache mittelfristig zum Scheitern verurteilt. Ich möchte nicht ins Detail gehen, denn dies ist ein „weites Feld“.

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