, den 19.12.2018 (Letztes Update: 19.12.2018)

Demokratiefeind und Geschichtenerzähler: Claas R. ein Fall für den Verfassungsschutz

Geschichten
Geschichten, Bild: CC0

Claas R. ist ein Fall für den Verfassungsschutz. Mindestens. Der 33-Jährige wurde nun vom Spiegel entlassen, nachdem bekannt wurde, dass viele seiner Beiträge „aufgehübscht“ wurden, um es euphemistisch zu sagen. Oder besser: Der Journalist dachte sich „alternative Fakten“ aus und machte sie zu Artikeln, wurde dafür sogar mehrfach ausgezeichnet.

Der Geschichtenerzähler Claas R.

Da gibt es diesen tollen Journalisten Claas R. Seine Reportagen werden regelmäßig ausgezeichnet. Er schreibt von zwei kurdischen „Löwenjungen“, die als Kinder von ISIS entführt und zu Selbstmordattentätern ausgebildet werden. Dafür zeichnet man ihn am 15. November mit einem Medienpreis im Schloss Bellevue aus.

R. berichtet außerdem über „Jaegers Grenze“ und erzählt darin empathisch die Geschichte einer amerikanischen Miliz, die die Grenze zu Mexiko schützt.

Über mehrere Jahre erhält der heute erst 33-Jährige mehrere Auszeichnungen, weil seine Storys so viele Details verraten und vielen unter die Haut gehen. R. kann gut Geschichten erzählen.

„Alle Quellen sind trüb. Vieles ist wohl erdacht, erfunden, gelogen. Zitate, Orte, Szenen, vermeintliche Menschen aus Fleisch und Blut. Fake.“

Spiegel Online vom 19.12.2018

Der Verfassungsfeind Claas R.

Diese sind aber, wie sich nun rausstellt, vor allem nur das. Geschichten. Viele Details: erfunden und erdacht. R. präsentierte der Öffentlichkeit tatsächlich alternative Fakten. Er tat das, wohlwissend, dass die rechten Ränder der Gesellschaft sich daran hochziehen werden. Sein Handeln ist hochgradig demokratiefeindlich, da er Öl ins Feuer der Demokratiefeinde gegossen hat. Aus diesem Grund gehört dieser Mann vom Verfassungsschutz observiert, damit sich so etwas nicht wiederholt. Außerdem gehört R. zur Verantwortung gezogen.

Nun zog sein Arbeitgeber, der Spiegel, bereits die Reißleine. R. wurde gekündigt und der Betrug aufgedeckt. Der Spiegel will sich außerdem zusätzlich bürokratisieren, damit solche Vorfälle nicht wieder vorkommen. Es waren einfach zu viele Fake News.

„Er bedient sich aus Bildern, aus Facebook-Posts, YouTube-Videos, er fleddert alte Zeitungen, entlegene Blogs, und aus den Teilen und Splittern und Fetzen und Krümeln erschafft er seine Kreaturen wie ein verspielter kleiner Gott. Chris Jaeger, Gayle Gladdis, Neil Becker aus Fergus Falls, Nadim und Khalid in Kirkuk, Ahmed und Alin aus Aleppo, Mohammed Bwasir aus Guantanamo, sie sind keine Menschen aus Fleisch und Blut, sie leben nur auf dem Papier“.

Ebd.

Bürgerwehr lässt R. auffliegen

Aufgeflogen war R., weil die Pressesprecherin der US-Bürgerwehr, die er in einem seiner Artikel darstellte, eine Anfrage an ihn selbst und an den Spiegel schickte. Ihr sei nicht klar, wie R. eine Reportage habe anfertigen können, ohne je mit einem Mitglied der Organisation gesprochen zu haben.

Die E-Mail geht im Haus am 3. Dezember 2018 ein, Stunden bevor er den Deutschen Reporterpreis 2018 erhalten soll. Den vierten dieser Art.

Schon vorher soll es kritische Stimmen gegeben haben, denen sich R., mit der Plausibilitätskeule schwingend, immer hat erwehren können. Jetzt ist es vorbei mit dem Spuk. Gott sei Dank?

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